wege zu barlach

Ernst Barlach · 1870–1938
Bildhauer · Zeichner · Grafiker · Schriftsteller

Wedel (1870-1872, 1901-1904)

Kulturforum Wedel e.V., Postfach 1137, 22870 Wedel, Tel. 04103 / 2089 

Ernst Barlach Museum Wedel, Mühlenstraße 1, 22880 Wedel, Tel. 04103 / 918291

Ernst Barlachs Eltern heirateten und zogen nach Wedel in die Mühlenstraße 1. Hier wurde Ernst Heinrich Barlach am 2. Januar 1870 geboren.

Am 2. Januar 2010 sind 140 Jahre vergangen, dass Ernst Barlach in Wedel geboren worden ist. Ernst Barlachs Vater, der Landarzt Dr. Georg Gottlieb Barlach, hatte seine berufliche Tätigkeit im Dorf Satrup begonnen. Hier hatte er auch seine spätere Frau Louise Vollert kennen gelernt. Etwa ein Jahr vor Ernst Barlachs Geburt hatte der Landarzt Dr. Barlach die im Pastorat des Dorfes Satrup als Haushälterin tätige junge Frau Vollert am 2. März 1869 in Wedel geheiratet, und sie waren in das Eckhaus am Markt, Mühlenstraße 1 gezogen. Am 11. Juli 1871 kam Ernst Barlachs Bruder Hans Barlach zur Welt. Die vierköpfige Familie Barlach verließ bereits 1872 die Stadt Wedel und zog in die Kleinstadt Schönberg i. Mecklenburg, zwischen Ratzeburg und Lübeck gelegen. Schönberg war zur damaligen Zeit der Hauptsitz des Fürstentums Ratzeburg. Hier wurden am 8.8.1872 die Zwillinge Nikolaus Barlach und Joseph Barlach geboren.

Bild: Verkehrsplanung von U S A R für den Großraum Hamburg

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Die S-Bahn S1 führt von Poppenbüttel im Norden über Hauptbahnhof, Jungfernstieg, Altona zur Endstation Wedel im Westen.

Bild links: Stadtplan von Wedel (Holstein) 26; (aus Wedel – Marketing e. V., Rathausplatz 3-5, 22880 Wedel)
Bild rechts: Das Geburtshaus Ernst Barlachs in Wedel, Mühlenstraße 1 25 (Foto: Ursula Höbbel, Hamburg, 03/2008)

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Foto-Variationen vom Geburtshaus Ernst Barlachs in Wedel 25, Hans-Herbert Fehske (02/08/2009):

Bild links: Das Plakat - Kopf des Domengels - über dem Eingang von Ernst Barlachs Geburtshaus
Bild rechts: Seitenansicht des Geburtshauses von Ernst Barlach

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Bild- und Text-Informationen machen auf das Geburtshaus Ernst Barlachs aufmerksam:

1. Bild von links: Gesamtblick auf die Informationstafeln zum Barlach-Geburtshaus
2. Bild von links: Texttafel an der Hauswand zur Geburt des Bildenden Künstlers Barlach
3. Bild von links: Hinweistafel zum Barlach-Museum mit den Künstlerporträts Ernst Barlach und Käthe Kollwitz
4. Bild von links: eine Guss-Plakette vom Ernst-Barlach-Museum, oberhalb des Haus-Sockels angebracht

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Bild: Blick in die Ausstellungsräume der oberen Etage des Geburtshauses von Ernst Barlach 26 (7, S. 96, 16/01/2010)

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Im August 1987, 14 Monate vor seinem 50. Todestag, wurde das im Besitz der Stadt Wedel befindliche Ernst Barlach Geburtshaus als “Ernst Barlach Museum Wedel“ der Öffentlichkeit übergeben. Die Ernst Barlach Gesellschaft zeigt sich verantwortlich für die Gestaltung von Ausstellungen sowie für die Programme von Begegnungen zu Leben und Schaffen Ernst Barlachs. Im Ernst Barlach Haus werden die Ernst Barlach Preise für Kunst und Literatur vergeben, zumal Bildende Kunst und Literatur in ihrer Einheit und Gegensätzlichkeit einen Schwerpunkt in der Führung des Hauses Wedel darstellen. In dieser Hinsicht gibt es keinen Halt bei der Darstellung des Bildkünstlerischen bei Barlach, sondern das Haus hat sich in der Einheit von Kunst und Literatur auf die Moderne, auf die Gegenwart ausgerichtet. 

Rückblicke Ernst Barlachs zu seinem Leben in Wedel seit seiner Geburt in dieser Stadt (aus “ein selbsterzähltes Leben“ die Kapitel “ich blicke um mich“, “ich werde hörig“, S. 7ff.)

“Ich wurde am 2. Januar 1870 geboren. Die Welt, die ich anzuschauen bekam, ließ es sich von meinem guten Platze aus gefallen, dem Eckhaus am Markt, wo ich vom Balkon herab einen Leichenzug mit herzlichem Hurra begrüßte, da ich den Unterschied von einem Schützenausmarsch noch nicht wahrnahm.“

“Knöpfe, die man mir zum Spielen reichte, fraß ich auf, desgleichen Zigarrenstummel, die mein Vater wegwarf, und vom Mistberg musste man mich gelegentlich wegbesorgen, weil ich mir da etwas an Üblem zugute tat; ich nahm eben die Welt in der Weise in mich auf, die ich am schnellsten begriff“.

“Mein Bruder Hans half mir bei dieser Aufgabe, so gut er konnte, wir schmarotzten am Frischen so gut wie am Faulen, spürten aber um uns herum manches Bedenkliche, auf das achtzugeben nötig wurde, Dinge, die man nicht sehen und nicht hören konnte, und die doch gewiß wirklich waren. ‚Es’ kann kommen oder auch nicht, machten wir aus, wenn wir am taghellen Sommerabend im Bett lagen – sieh du nach der Stubenseite, ich will die Wand bewachen’, denn wir wussten bald, dass ‚Es’ auch durch die Wände kam“.

“Mein Vater ritt nach Hetlingen und Holm auf Praxis und schrieb den Marschbauern Rechnungen. Solch einer kam einst und mäkelte, während er die Taler aufzählte, über die Höhe der Leistung, und dem Doktor entfuhr im Zorn die Aufforderung, den „ganzen Schiet wedder mittonähmen“, was dem Bauern wohlgefiel zu hören. Er strich ein und meinte nur, das könne man ja beinahe nicht verlangen – oft wird sich mein Vater solche Ausübung ärztlicher Praxis nicht gestattet haben, denn es steht geschrieben, dass es im ersten Jahr des jungen Haushalts knapp herging...“.

“Die Sattheit und Schwere der Wedeler Marschen, die Elbfernen sind mir fortgeschwemmt, aber die Schönberger Tage und Nächte sind schon auf festen Erinnerungsboden gekommen“.

Ernst Barlach war 31 Jahre alt, als er am 1. Juni 1901 wieder in seine Geburtsstadt Wedel zurückkehrte.

Die Familie Barlach hatte nach dem Verlassen der Stadt Wedel im Jahre 1872 in einer Reihe von Städten des nördlichen Deutschlands Station gemacht. Während der Schulzeit von Ernst Barlach lebte die Familie zuerst in Schönberg, danach in Ratzeburg und nach dem Tod des Vaters 1884 wieder in Schönberg. Hier schloß Ernst Barlach seine Schulzeit ab. Es folgte von 1888 bis 1891 der Besuch der Allgemeinen Gewerbeschule in Hamburg, danach von 1891 – 1895 das Studium an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in Dresden. Ab 1895 lebte Ernst Barlach mit Karl Garbers, seinem Studienkollegen aus der Dresdner Zeit, zu weiteren Studien an der Académie Julian in Paris. Zwischen zwei Paris- Aufenthalten verbrachte Ernst Barlach bis 1997 längere Besuchsaufenthalte bei seiner Mutter in Friedrichroda. Durch Aufträge an Karl Garbers für Hamburg, z. B. die Arbeit am Relief für den Nordgiebel des im Bau befindlichen Altonaer Rathauses, 1898, lebten beide Künstler in dieser Stadt. Garbers und Barlach beteiligten sich auch am Wettbewerb zur Ausgestaltung des neuen Hamburger Rathausmarktes mit Erfolg. Sie erhielten den 1. Preis und ein entsprechendes Preisgeld. Dieser Anerkennung folgte allerdings ein Hin und Her von Auffassungen zu diesem Angebot mit dem enttäuschenden  Ergebnis, dass der Entwurf beider Künstler durch Beschluss des Senats von Hamburg im April 1899 fallen gelassen wurde. Ernst Barlach verließ daraufhin Hamburg und lebte von September 1899 bis Juni 1901 in Berlin. Auch dieser Aufenthalt war von Enttäuschungen bezüglich seines künstlerischen Wirkens geprägt. Der Kunstkritiker Karl Scheffler, ein Studienkollege aus der Zeit an der Allgemeinen Gewerbeschule in Hamburg, schilderte die Folgen des verzweifelten Zwingen-Wollens folgendermaßen:

“Er will zu viel, will alles und kommt nirgends zum Abschluss... Hier ist eine Kunst, die tanzen möchte und noch nicht gehen kann, die feierlich reden will, während sie noch nach der Sprache sucht“ (3, S. 40).

Im idyllischen Wedel angekommen, mietete sich Ernst Barlach ein kleines Atelier mit dazu gehöriger Wohnung in der Kuhstraße (heute:Pinneberger Straße), unweit seines Geburtshauses in der Mühlenstraße 1.

“In den auslaufenden oder einführenden Straßen Wedels wohnen die Krämer, und vor ihren Läden stehen oft lange Reihen von Fuhrwerken von den umliegenden Gütern. Pferde und Wagen haben Geduld, bis die Kutscher alle ihre Besorgungen gemacht haben und bis all das Bier und der Kümmel getrunken ist, der so einem Wagenzug bei der Ausfahrt erst den rechten Riß und Zuck und das forsche Donnergepolter schafft“ (30, S. 70f.).

In Wedel blieb Ernst Barlach bis zum 31. August 1904 und arbeitete an der sogenannten Mutz-Keramik, das waren figürliche und ornamentale Steinzeug-Plastiken, die in den keramischen Werkstätten von Herrmann Mutz und seinem Sohn Richard Mutz in Altona gebrannt worden waren. Die persönliche Bindung an Richard Mutz ergab sich aus dem gemeinsamen Studium an der Allgemeinen Gewerbeschule in Hamburg und erreichte seinen Höhepunkt, als Richard Mutz 1904 einen Kunstsalon in Berlin–Wilmersdorf eröffnete und hier Zeichnungen und keramische Arbeiten von Ernst Barlach ausstellte. Von diesen Aufträgen der Mutz-Werkstätten konnte Ernst Barlach aber nicht leben, zumal sie schließlich fast völlig ausblieben. Im September 1903 kam der Künstler Barlach im Alter von 33 Jahren zu einem erschütterndem Fazit seines Seins:

„Ich bin krank, mutlos geworden durch eigene Schuld oder durch Schicksalgestaltung, fühle mich erschlafft und ermüdet, ohne an der Energie meiner am innersten Gefühl stetig wachsenden künstlerischen Fähigkeit verloren zu haben ... Ich habe keine Courage mehr zum Draufgehen, weil ich die Überzeugung verloren habe, ich muss einmal siegen.“

Diese Worte aus seinem Tagebuch sind drei Jahre vor der Russland-Reise zu seinem Bruder Hans geschrieben worden, als Barlachs künstlerischer Durchbruch mit den ersten Figuren „Blinder Bettler“, „Bettlerin mit Kind“, "Russische Bettlerin mit Schale“ geschah. 

Arbeiten von Ernst Barlach aus der Zeit in Wedel:

1901 gestaltete Ernst Barlach mehrere Entwürfe zur Gestaltung des Giebelfeldes am Schulgebäude des Altonaer Realgymnasiums. Er beschrieb „Die Jugend und die Zukunft" wie folgt (gekürzt):„Im Hintergrund das hohe Meer ... im Vordergrund die männliche Jugend, im Begriff, dem Leben und der Zukunft nahezukommen.“ Barlach beschrieb die jeweiligen Situationen der einzelnen Personen. Barlachs Entwürfe wurden abgelehnt (aus Sicht des Schuldirektors nicht überzeugend, die Schönheit, den Ausdruck, auch nicht die Deutbarkeit betreffend).

Bild: “Die Jugend und die Zukunft“, 1901, Kohle: Giebelfeld am Altonaer Realgymnasium: 26, (1, S. 23)

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Mit dem Auftrag, den Ernst Barlach für ein Grabmal der Hamburger Reeder-Familie Moeller-Jarke erhalten hatte, begannen Barlachs Bemühungen um die Gestaltung von Grabdenkmalen. Im Jahre 1902 beendete Barlach das Grabmal. Er beschrieb es wie folgt: “An der Grabespforte wachend steht ohne alle allegorische Kennzeichnung eine weibliche Figur, welche das rein menschliche Gefühl schmerzlicher Erinnerung verkörpert. In Haltung und Gebärde soll sich ein Lauschen ins Innere des Grabes, zugleich aber alle äußere Störung abweisendes, zur Andacht im Ernst auforderndes Mahnen aussprechen.“

Bild links: Grabmal Moeller-Jarke,1902, Archivfoto. Friedhof /Hamburg-Ohlsdorf, 26 (7, S. 32)
Bild mitte: Die Winkende, 1902, Gips getönt: Grabmal Moeller-Jarke (Detail), 26 (1, S. 27)
Bild rechts: Bacchische Familie (Familienglück), Mutz-Keramik, um 1903/04, 26 (, N° 2a)

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Zwei phantasievolle Barlachsche Figuren der Mutz-Keramik von 1903/04: “Triton“, “Nöck“

Bild: “Triton“, so heißt der griechische Meeresgott, Sohn des Poseidon, mit einem Fischschwanz dargestellt,26 (6, S. 11)

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Bild: “Nöck“, 26 (7, S. 26)

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Sehenswürdigkeiten von Wedel, denen Ernst Barlach während seines 2. Aufenthaltes in dieser Stadt von 1901 – 1904 hätte begegnet sein können

Der Roland von Wedel

Als Wahrzeichen der Stadt steht der Roland seit über 500 Jahren auf der Nordseite des Marktplatzes, direkt an der Straße, die von Hamburg über Wedel nach Elmshorn verläuft, unweit der Mühlenstraße 1, in der sich das Geburtshaus von Ernst Barlach befindet. Etwa 15 Minuten Fußweg sind es, um von der Endstelle der S-Bahn Linie S 1 von Hamburg-Poppenbüttel nach Wedel zum Roland zu gelangen. Der Roland von Wedel steht als Zeichen für verliehene Rechte des Handels und des Marktes. Den Roland findet man im Wappen, in der Flagge und in den Siegeln der Stadt Wedel. Ernst Barlach beginnt das Kapitel “Ich blicke um mich“ in “ein selbsterzähltes Leben“ mit der Symbolfigur der Stadt Wedel. Der Text verdeutlicht, dass Barlach die Erinnerungen eines Jungen im Alter von bis zu zwei Jahren an den Roland nachempfunden hat:

“Der Roland auf dem Markt in Wedel an der Unterelbe, wo meine Eltern ihren Haushalt angehen ließen, sieht sich nicht nach kleinen Buben um, seine Hintenübergebogenheit erlaubt ihm das nicht, und nackenlos sitzt der steinerne Stolz eines Übergewichts von Kopf zwischen den Schultern. Wenn das Bübchen, ich, aber über den Markt ging, hat es ihn wohl gesehen, aber das Bild war zu schwer für sein Bewusstsein, es ist ihm weggesunken, er hat’s vergessen“ (2, S. 7).

Was denkt man noch so über den Roland? (aus 30: Ernst Barlach: “Seespeck“)

“Als Seespeck spät am Tage aus seinem Fenster sah, fand er sich Auge in Auge mit der Rolandsfigur, die in vollem Sonnenlichte stand. Man konnte Überschüsse an Laune an ihn loswerden; er schien ebenso bereit, mit dem Schwert den ersten besten zu köpfen, wie er selbst, mit brechendem Rückgrat und legenssatt, das Schwert herumbog ,ob nicht jemand die Arbeit an seinem Kopfe freundlichst übernehmen wolle. Sie musterten sich gegenseitig, schwere Köpfe hatten sie beide, und wenn Seespeck auch nicht hintenüber lehnte, so lag das vielleicht nur daran, dass er nicht auf freiem Markt und oben auf einem Sockel stand... Warum sollte er nicht, dachte er, da er ein Wedeler gewesen, wieder einer werden...“

Fotos vom Roland in Wedel (16/01/2010):

Bild 13a, b: Roland von Wedel, 25
Bild 14: Roland von Wedel, 25 
Bild 15: Roland auf dem Markt, historische Aufnahme, aus 29c: Kulturkalender FEB –MAI, beim Stadtmuseum  Wedel

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Der Ochsenzug nach Wedel

Eine der ältesten Verkehrswege in Schleswig-Holstein ist der Ochsenweg. Diese Straße galt von Anbeginn und für später zur Nutzung von Frachtfuhrwerken und Postkutschen. Auf dem Ochsenweg wurden von Dänemark (Jütland) die Ochsen zu den Ochsenmärkten getrieben. Der Verkauf geschah jährlich im Frühjahr. Die Ochsenhändler zogen zu den Ochsenhöfen, um die Tiere, als Magerochsen bezeichnet, auf den saftigen Weiden fett grasen zu lassen, dann für die großen Frühjahrsmärkte anzukaufen. Es ging da um 500 bis 1800 Tiere, die von den Höfen kamen. Vor 400 Jahren wurden vergleichsweise im Frühjahr zwischen 10000 bis 50000 Ochsen innerhalb von vier Wochen an die Elbe getrieben und von hier verschifft. Die Verkaufshandlung geschah als Besiegelung per Handschlag. Im Frühjahr erinnert der “Wedeler Ochsenmarkt“ regelmäßig an dieses Ereignis der Wedeler Stadtgeschichte.

Im Stadtplan von Wedel ist der Ochsenweg eingezeichnet (s. Stadtplan). Vom Norden kommend, verläuft dieser Weg in einer Linkskurve (im Plan blau gestrichelt) die Helgolandstraße entlang. Über Angariusweg, Lüttdahl, Kirchstieg werden die Ochsen am Marktplatz vorbei in die Austraße geführt. Die Austraße kommt vom Markt, verlässt das bebaute Gebiet, gelangt auf die Wiesen und Weiden zwischen den zwei Stadtteilen, gleichzeitig das Flüsschen überquerend. Die Wedeler “Au“ war früher bezüglich des Ochsenzuges in Richtung Elbe bedeutungsvoll. Pinneberger Straße und Schulauer Straße verbanden die zwei Stadtteile von Wedel, die aber durch den Fluss “Au“ wiederum getrennt waren, der Ochsenzug hätte sowohl durch eine flache Wasserstelle als auch beizeiten über eine Brücke weitergeführt werden können. Auf jeden Fall werden Flußüberquerung und das Weiterziehen der Ochsen auf die Grünflächen die Ochsentreiber veranlasst haben, kurz vor der Elbe noch einmal Rast für Vieh und Mensch zu ermöglichen. Nach der Flußüberquerung führt der Ochsenweg auf der Schulauer Straße entlang bis zur Mündung in die Deichstraße. Nach Verlassen des Stadtteils Schulau verläuft der Ochsenweg parallel zur Deichstraße in Richtung Westen, wo irgendwo die Einschiffung der Ochsen an einem Elbhafen vonstatten gegangen sein wird. 

Bild: Auf dem Viehmarkt,Kaufverhandlung per Handschlag: "Wir in Wedel" 26, 29d, S. 4

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Schulauer Fährhaus

Wo heute das Schulauer Fährhaus steht, gab es früher einen der ältesten Höfe von Schulau, bis das heutige Gebäude als Bauernhaus erbaut wurde. Die Jahreszahl 1864 könnte für den Beginn dieses Gebäudes als Fährhaus gewertet werden. Der kleine Barlach wird wohl mit seinen Eltern des öfteren zur Elbe gewandert sein und dabei vielleicht im Fährhaus eine Erfrischung zu sich genommen haben. Auch heute ist das Fährhaus eine vorzügliche Adresse, um im Rahmen eines Ausflugs nach Wedel, zur Elbe, zu "Willkomm– Höft", zu den Elbmarschen das Angebot des Restaurants und des Cafes zum Frühstück, zum Mittagessen oder zum Abendsessen angenommen zu haben (kein  Ruhetag, geöffnet von 9.30 Uhr – 22.00 Uhr). Das Schulauer Fährhaus bietet aber auch noch mehr: Vom Leben an Bord erzählt das “Buddelschiff-Museum“ im Restaurant des Schulauer Fährhauses. Ein zweites hier untergebrachtes “Muschel-Museum“ entführt in eine Welt der Korallen, Schnecken und Muscheln von besonderer Schönheit.

1. Bild von links: Hinweisschild Schulauer Fährhaus mit Willkomm Höft, 25)
2. Bild von links: Schilderwald zur Orientierung an der Elbe bei Wedel, 25)
3. Bild von links: Schulauer Fährhaus, August 2008, 25)
4. Bild von links: Giebelfront des Schulauer Fährhauses, 25)

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Willkomm Höft

(htp://www.sh-tourist.de/sightsee/sehenswu/schiffbegruessung/schiffbegruess-wedel.htm):

“Seit 1952 werden ein- und auslaufende Schiffe auf der Elbe am “Willkomm Höft – Wedel“ im Fährhaus Schulau mit ihrer Nationalhymne begrüßt oder verabschiedet. ’Begrüßungskapitän’ Hans-Günter Bjick... vollzieht die Zeremonie für die vorbeiziehenden Schiffe bis zu 60 Mal täglich:

Erst schallt Wagners ’Steuermann halt die Wacht’ über die Elbe.
Dann erklingt die Hymne der Hansestadt ’in Hamburg an der Elbe Auen’,
gefolgt von einem ’Herzlich Willkommen’ oder ’Auf Wiedersehen’.

Dann wird die Flagge am 43 m hohen Mast gedippt. Die Ozeanriesen werden in der jeweiligen Landessprache und mit ihren Nationalhymnen empfangen. Im Wedeler Archiv gibt es 284 Kassetten mit Texten und Melodien. Vom Schiffsmeldedienst erhält der Begrüßungskapitän die Schiffe per Fax angemeldet. Dann ist genug Zeit zur Verfügung, um das richtige Text- und Musikmaterial für die Begrüßung auszuwählen. Bei den Urlaubern ist die Schiffsbegrüßungsanlage in Wedel sehr beliebt, sie genießen den Flair der großen weiten Welt, wenn ein Schiff auf der Elbe vorbeizieht."

Bild links: Begrüßungsanlage Willkomm Höft auf dem Steg an der Elbe vor dem Schulauer Fährhaus, 25)
Bild mitte: Blick von der Elbe auf den Steg mit der Begrüßungsanlage Willkomm Höft und dem Schulauer Fährhaus im Hintergrund, 25)
Bild rechts: 43 m hoher Flaggenmast der Begrüßungsanlage Willkomm Höft vor dem Schulauer Fährhaus, 25)

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Bild links: Hoher Besuch auf der Elbe bei Wedel – die Queen Mary 2: aus 29f (Haseldorfer Marsch, Freizeit-Info 2007, 26, S. 4)
Bild rechts: Frachtschifffahrt auf der Elbe, 25)

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Zwei Blicke vom Steg vor dem Schulauer Fährhaus über den breiten Strom der Elbe

Bild links: Blick auf die Elbe stromaufwärts,25)
Bild rechts: Blick auf die Elbe stromabwärts, 25)

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Die Elbmarschen

Als Elbmarsch wird das Landschaftsgebiet an der Unterelbe bezeichnet. Die Elbmarsch zeichnet sich durch große Grünlandbereiche aus. Dieses Gebiet wird sowohl für die Viehhaltung, vor allem die Milchkuhhaltung, aber auch für den Ackerbau und Obstbau genutzt. Teiche und Wiesen sind ein Paradies für Wasser-, Strand- und Wiesenvögel. Schwärme zu Tausenden von Gänsen lassen sich hier nieder. Um Wedel sind entlang der Elbe mit ihrer Marschlandschaft hinter den Deichen und im Vorland erstaunliche Naturschönheiten zu finden. Man sagt: Allzu leicht lässt man sie „links liegen“, diese Elbmarschen, auf dem Wege von Hamburg in den Norden. Andererseits gibt es zunehmend mehr Menschen, die bereit sind, diese einzigartige Landschaft für sich zu entdecken: Naturfreunde, Wanderer, Reiter, Radfahrer. Die Landschaftsplaner haben sich einer zeitgemäßen Erschließung dieser Region durch Gestaltung von Straßen bzw. Wegen angenommen: Elberadweg, Nordsee-Küstenradweg, Mönchsweg und Ochsenweg als Radfernwege durch die Marschen. Unweit von Wedel Richtung Norden entlang der Elbe schließt sich die Haseldorfer Marsch an, eine Region, die als Zentrum dieses Naturraumes angesehen werden kann. In Haseldorf hinter dem Elbdeich steht das “Elbmarschenhaus“. Im März 2006 wurde dieses Haus in Haseldorf als einzigartiges Kompetenzzentrum eröffnet.

Bild links: aus 29e (Schafe weiden auf den Elbmarschen: "Wir in Wedel", 26, S. 8)
Bild mitte: aus 29f (Graureiher über den Elbwatten, Haseldorfer Marsch/Freizeit Info 2007, 26,  S. 6)
Bild rechts: aus 29h (Das Elbmarschenhaus: Haseldorer Marsch/Freizeit-Info 2007, 26, S. 9)

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(Aus dem historischen Inspektorenhaus des Gutes Haseldorf wurde 2006 das Elbmarschenhaus.)

Das alte Wedeler Rathaus

Dieses alte Rathaus im repräsentativen Stil wurde 1937 erbaut und steht gegenüber dem Bahnhof Wedel auf dem Bahnhofsvorplatz, es ist die Endstelle der S-Bahn-Linie S 1, also sehr zentral gelegen. Die Giebelfront des Rathauses wurde von dem Bildhauer Hans Lissow mit der Figur “Der Wappenträger“ geschmückt. Als Wandschmuck für den großen Sitzungssaal erwarb die Stadt ein Gemälde des Ochsenmarktes, das sich noch heute im Rathaus befindet. Weitere Schmuckelemente bilden die Wappenfenster im Treppenhaus. Das alte Rathaus wurde beim Bombenangriff auf Wedel im März 1943 nur leicht getroffen. Mit der Zeit gab es trotz der scheinbaren Größe des alten Rathauses nicht ausreichenden Raum. Ein Erweiterungsbau wurde geplant und 1980 fertiggestellt. Der Rathaus-Altbau wurde ebenfalls grundlegend saniert und umgebaut.                                                                                                     

Bild links und mitte: Zwei Blicke auf die Frontseite des Rathaus-Altbaus mit der Figur “Der Wappenträger“, 25)
Bild rechts: an den Altbau angrenzende Seite des Rathaus-Erweiterungsbaus von 1980, 25)

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Wedel hat auch eine Ernst Barlach Schule / Realschule (www.ebs-wedel.de)

Bild links: Eingangsbereich der Schule
Bild rechts: Sport-, Turn-, Mehrzweckhalle der Schule

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Bilder: Pausenhöfe der Schule

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