wege zu barlach

Ernst Barlach · 1870–1938
Bildhauer · Zeichner · Grafiker · Schriftsteller

Dresden (1891-1895)

Touristik-Information Dresden, Ostra-Allee 11, 01067 Dresden
Tel.: 0351 / 491920

Bild links: Bernardo Belloto, genannt Canaletto, 1748 Hofmaler von Friedrich August II.: Blick vom rechten Elbufer auf Dresden, alter Stich “Vue du Pont de Dresde“: (26)
Bild mitte: Ansichtskarte von der ersten Bergschwebebahn in Loschwitz bei Dresden, geschrieben am 5.1.1909; die Schwebebahn, erbaut von 1891 – 1900, war die älteste Schwebebahn der Welt (26)
Bild rechts: Ansichtskarte vom Blick auf die Freitreppe der Brühlschen Terrasse und dem Elbufer mit Straßenbahnverkehr, geschrieben am 7.7.1910 (26)

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In Dresden studierte Ernst Barlach an einer der ältesten Kunstakademien Deutschlands

Bild: Foto von Ernst Barlach als Student an der Königlichen Akademie der Künste in Dresden, (7, S. 24: 26,)

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Nachdem Ernst Barlach von 1888 bis 1891 die Allgemeinbildende Gewerbeschule in Hamburg besucht hatte, ließ er sich in Dresden an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste immatrikulieren. Die Immatrikulation erfolgte zu Ostern 1891, das Studium wurde am 2. März 1895 „freiwillig“ beendet. Seine Examensarbeit hatte er bereits ein Jahr zuvor (1894) mit der Plastik in Bronze „Krautpflückerin“ (Rübensammlerin) eingereicht.

Im Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden sind die exakten Daten erhältlich zur Immatrikulation Erst Barlachs an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste bezüglich seines Studiums von 1891 bis 1895 in Dresden. Im Buch 11126, Kunstakademie Dresden 1762 - 1924 von 2003 sind unter dem Inhaltsverzeichnis 1.7.2. "Bewerbungen und Immatrikulation" die Daten zur Immatrikulation in Sütterlin-Schrift erfasst. 

Bilder: Kopie der Daten zur Immatrikulation und Exmatrikulation des an der Kunstakademie zu Dresden von 1891 - 1895 studierenden Ernst Barlach (Vorlage und Reproduktion: Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden, ehemals Sächsische Landesbibliothek, Marienallee 12; Zitierquelle 11126 Kunstakademie Dresden, Nr. 110, ohne Blattangabe, Nr. 326)

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1) Anmerkung des Autors:
Was wir zum künstlerischen Wirken Ernst Barlachs an dieser Kunstakademie wissen, betrifft die Arbeit an seiner Plastik in Bronze "Krautpflückerin" (Rübensammlerin), die er bereits 1894 als Abschlussarbeit ein Jahr vor der Beendigung seines Studiums eingereicht hatte, siehe Ergänzung zu "erhaltene Zensuren und akademische Auszeichnungen".

Bild: Krautpflückerin (Rübensammlerin) 1894, Bronze (Nr. 7, 1, S. 19; 26)

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"In Dresden erwarteten mich mit andern Garbers und Cornils als Geleit durch die Pforten des akademischen Lebens... Als ich kaum ein Vierteljahr in der Unterklasse gezeichnet hatte, starb Hähnel, und das ganze Hamburger Korps hatte die kümmerliche Genugtuung, ihn zu Grabe zu geleiten" (2, S. 40).

Auf der Brühlschen Terrasse wurde seit 1887 die Hochschule für Bildende Künste gebaut. Dieser Bau war 1893 vollendet. Die Brühlsche Terrasse war die Basis für ein  Gebäude – Ensemble von einzigartiger Schönheit. Dem Minister Graf Heinrich von Brühl (1700 – 1763), der dieses Gelände zum Geschenk erhalten hatte und es in einen Lustgarten des Dresdner Hofes verwandelte, verdanken die Dresdner diesen “Balkon“ mit dem Blick auf die Elbe und die repräsentativen Gebäude auf der rechten Seite des Flusses. Die Hausnummer Brühlsche Terrasse 1 ist eine tolle Adresse für Studierende und Lehrende der Kunstakademie ebenso wie für die Bürger der Stadt, für deren Gäste, auch vielleicht im besonderen für Touristen aus nah und fern. Im Hochschulgebäude an der Brühlschen Terrasse befinden sich nach einer umfangreichen Sanierung seit 1991 die Ateliers: Malerei/Grafik/Bildhauerei/Grafische Werkstätten/das Rektorat/ und die Ausstellungsräume der Akademie, in denen jährlich die Diplomarbeiten der Absolventen ausgestellt werden.

Die Bedeutung einer Kunsthochschule zeigt sich vor allem im Wirken bedeutender ehemaliger und heutiger Künstler - ProfessorInen, auswählend, früher: Rudolf Bergander, Otto Dix, Oskar Kokoschka,  Constantin Lipsius, Johannes Schilling, Max Schwimmer, Gottfried Semper; heute: Hans-Peter Adamski, Monika Brandmeier, Ulrike Grossarth, Ralf Kerbach, Carl- Emanuel Wolff, Jens Büttner, Rainer Beck, Cnstanze Peres, Birgit Wiens.  

Foto-Variationen zu Ernst Barlachs Stätte des Studierens an der Dresdner Kunstakademie, heute “Staatliche Akademie der Bildenden Künste“ (25, 01/02/2009)

1. Bild von links: Gesamtansicht der Kunstakademie von der Elbe aus (http://www.dresden-und-sachsen.de/dresden/kunstakademie.htm)
2. Bild von links: Ansicht der Frontseite der Kunstakademie von West/Süd
3. Bild von links: Blick auf die Kunstakademie von Süd/Ost mit der gläsernen Kuppel, der Frauenkirche, dem Cosel-Palais und dem Denkmal ...(© fotura, Kalender 2009: Frauenkirche, Monat Februar, Foto: Daniel Scholz, Dresden)
4.+5. Bild von links: Details des Hauptportals der Kunstakademie an der Brühlschen Terrasse, Erdgeschoss, Obergeschoss mit Inschrift

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1. Bild von links: Nr. 3 e: Pavillon an der Stadtseite mit der Inschrift „Kunstakademie“
2.-4. Bild von links: Nr. 3 f, 3 g, 3 h: Glaskuppel (“Zitronenpresse“) mit der Figur “Pheme“ bzw. “Fama“ an der Spitze

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Ausgewählte Inschriften an den Geschossen der Kunstakademie (25, 01/02/2009):

1. Bild von links: Staatliche Akademie der Bildenden Kuenste
2. Bild von links: Dem Vaterland zu Zier und Ehr
3. Bild von links: Unter der Regierung Koenig Alberts erbaut
4. Bild von links: Begonnen MDCCCLXXXVII (d.h. 1887)

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Bild links: Vollendet MDCCCLXXXXIII (d.h. 1893)
Bild mitte: Michelangelo (1475–1564), Raffael (1483–1520)
Bild rechts: Duerer (1471–1528)

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Ernst Barlach beschreibt in seinem “selbsterzählten Leben“ den Aufenthalt in dieser Stadt, vor allem sein Studium (1891–1895)

Louise Barlach kommt nach Dresden

"Das Leben meiner Mutter hatte schon lange keinen selbstigen Gehalt mehr. Die, denen sie das Leben gegeben, mussten ihr den Sinn fürs Dasein schaffen, so verlegte sie ihre Häuslichkeit dahin, wo ihre Söhne zur Ausbildung im Beruf für kurze Zeit lebten, und so vollzog sie den zehnten Umzug seit ihrer Heirat, um mit mir in Dresden hauszuhalten. Es geriet uns beiden zu Unbehagen. Der Glaube an ein leise lächelndes Glück im Winkel bestimmter Art, und zwar einzig von ihrer opfernden Mütterlichkeit bestimmt, wurde wieder getäuscht, der abermalige Aufflug ihres Vertrauens versagte, und in kurzem rumpelte der Möbelwagen zum elften Male mit dem reduzierten Hausrat davon " (2, S. 41). (Louise Barlach zog nach Friedrichroda.)

Ernst Barlach unter den Fittichen von Hähnels Amtserben Robert Diez

"Ich fand als Meisterschüler meinen Platz bei Hähnels Amtserben Robert Diez – Diez, ... der mit dem Finger auf das kaum Merkliche im Verhalten der Natur hinwies und mit dem Nagel das Dürre und Fette, das Weiche und Halbharte, das Versteckte und Verstohlene am studierten Modell beklopfte und umzirkelte, der immer eifrig die Kulturen seiner Schüler nach den verzagtesten Keimen von Eigenart absuchte und Hebammendienste bei jedem ehrlichen Vorhaben unserer Unreife leistete. Mir gönnte er manches väterlich ermunternde Wort, weniger vor den Atelierleistungen als beim Durchblättern der Büchlein mit den Beweisen meines Privatfleißes auf der Straße, in der Kneipe, mit den Zeugnissen meiner Besessenheit, aus allen Zwischensituationen und den ungebräuchlichsten Blickwinkeln Darstellbares, wenn es nicht anders ging, zu erpressen" (2, S. 41).

Ernst Barlach unter Studienkollegen

"Der junge Begas dilettierte hier und betrieb mit dem dämonischen, bis zur Ableugnung jedes überlieferten Wertes ungebundenen Hösel eine unterhaltsame Zwietracht, bei der es sogar zur Explosion von Miniaturpulverfässern kam.

Hösel war ein waschechtes Genie, das einzige von uns allen. Er baute einen ‚Neger mit Hund’ im Umsehen lebensgroß so schlagend auf, dass Dietz jedes kritische Wort schuldig blieb. Er entledigte sich vorsätzlich all und jeder Unnatürlichkeit, wie sie uns armen Zeitgenossen als fluchvolles Erbe von Jahrtausenden eingeboren war, er ließ fast alles fahren, was er nicht selbst und persönlich urerzeugt hatte, und seine Jahre goren beispielhaft – wir andern konnten, bei solchem Vorbild, manches Experiment sparen (2, S. 42).

Garbers litt es nicht lange im Atelier des neuen Meisters Schilling, er fingerte zäh und gewandt an seiner Selbständigkeit durch Aufträge aus Hamburg. Ich lernte unter seiner Anleitung ehrbar zechen, einen Trunk tun, ohne die Besinnung zu verlieren, saß am Tisch bei seinen älteren, gleichfalls selbständigen Skat- und Schachbrüdern und ließ mich ins Vertrauen manches Ungemachs ziehen, das den Menschen in der Jugend begegnen kann. Auch erkannte ich vielerlei als kühn, glanzvoll und höchst erwünscht Verschrienes als nur zu gewöhnlich – bis das Ungewöhnliche selbst dicht an mich heranrückte" (2, S. 42).

1894, im vorletzten Jahr seines vier-jährigen Studiums in Dresden näherte sich Ernst Barlach dem künstlerischen Geschehen am Theater. Am 26. Februar 1894 besuchte er mit seinem Kommilitonen und Freund Karl Garbers eine Vorstellung im Residenztheater Dresden. Gespielt wurde von Gerhart Hauptmann “Hanneles Himmelfahrt“. Dieser Theaterbesuch kann als Schlüsselerlebnis in der Begegnung mit der Theater-Kunst gewertet werden. Barlachs Urteil über den Theaterbesuch war voller Lob: “lauterste, wunderbarste, innigste deutsche Poesie“ (vgl.: 27, S. 169).

Ernst Barlachs Begegnung mit dem Mediziner Dr. Klencke

"Ich litt an Herzbeschwerden und ward Patient bei Dr. Klencke. Klencke riet mir Mäßigkeit an, empfahl mir aber keineswegs Enthaltung von seinem Umgang, und so war ich zugleich mit heilsamen Vorschriften wohlversehen und in Kreisen zugelassen, wo es am wenigsten auf Beobachtung solcher Regeln ankam. Wenn Klencke das groteske Falstaffsche Koller ablegte, stand er als Jean Paulsche Figur da; von Form eines gedrungenen Eichenfasses, von bärenstarker Gesundheit erblühte sein Wesen doch in possierlichster und zartester Anmut oder feierte das Glück seiner Schwere und seiner Kraft, wenn der Strudel um und in ihm ebbte, wenn die Stille des Waldhäuschens auf der Loschwitzer Bergkrone sich wie ein weicher Mantel um ihn legte, wenn er verschnaufte und mit dem brüderlichen Gott redete, der weit und wild und weich war wie er selbst, der sich in Schnee-, Regen- und Donnerwetter, in Mondnächten und tauigen Sonnenmorgen offenbarte. Ich war ihm bequem als allen romantischen Situationen gerecht werdender Waldbruder ... Eigentliche Orgien hat es aber da oben nie gegeben, die gesunde Nüchternheit kleinbürgerlicher Herkunft, so etwas wie Luthersche Biederkeit, verhängte selbst über die ausgelassenste Nachtspäte eine solche Reinlichkeit, dass man leicht denken konnte, es handle sich bei den Zusammenkünften im verschneiten Berghäuschen um Geheimbündelei oder Sektiererei, der Geistmensch Klencke bewies eine unbetonte Würde auch da, wo kein Späher nach allzu menschlichen Episoden zu befürchten war" (2, S. 42f.).

Dr. Klenckes Urteil über die Künstler aus dem Munde von Ernst Barlach

"Als erstes, beim Kennenlernen, hatte er mir gesagt: ’Ihr Künstler seid die einzigen, die sich ihrer Sache opfern, ohne sie durch Zwecke zu schänden’ – Als er hoch stieg, reich wurde, Bergbesitzer, Pascha und ’Oberarzt’ aus eigener Macht, wurde auch seine Rede anders. Als letztes, aus der Geilheit seines überwuchernden Glücks, bekam ich diesen Segen: ’Wenn Sie die dämelige Kunst nicht aufgeben, werden Sie auf dem Misthaufen verrecken' " (2, S. 44).

Ernst Barlachs Fazit zum Studium in Dresden

"Das Atelier Diez vollbrachte an mir keine Wunder. Ich modellierte für mich hin, und was ich im Sinn hatte, wusste ich nicht. Einst kam Reinhold Begas, um sich an den Fortschritten seines Sohnes zu erfreuen, und ging mit kühler Großartigkeit durch die Reihen unserer Werke, stand auch bei mir ein halbes Minütlein still und fasste ein handgroßes Stück Ton ins Auge, an dem ich gerade herumdrückte und das mir selbst ganz im Gedächtnis zunichte geschwunden ist. Er aber hatte darin etwas gespürt, und als ich 1900 einen Besuch in seinem Berliner Atelier machte, erinnerte er sich der ‚Bergspitze’, einer in Flächen geschnittenen Fügung, eines Kubus, von dem ich selbst nur wissen konnte, dass so was höchstens als beiläufiges Füllsel zwischen ernsten Arbeiten galt" (2, S. 44f.).

"Mit der Gestaltung einer niedergezogenen Krautpflückerin, die ich in Friedrichroda, wo meine Mutter wohnte, gesehen“, - 1894 gefertigt - “beschloss ich die Studien" (2, S. 45).

Foto-Variationen zu historischen Bauwerken rund um die Dresdner Kunstakademie, denen Ernst Barlach während seines vier-jährigen Studiums immer wieder begegnet ist. Diese Bauwerke der Barockstadt Dresden, genannt  “Elbflorenz“, waren 50 Jahre nach Barlachs Studium bzw. 6 Jahre und dreieinhalb Monate nach dessen Tod durch alliierte Bombenangriffe am 13./14. Februar 1945 angegriffen worden und in Schutt und Asche versunken (25, 21/03/2008).

Bild links: Gesamtansicht der Frauenkirche nach ihrem Wiederaufbau, 30. Oktober 2005
Bild mitte und rechts: Die Steinerne Glocke der Frauenkirche

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als Link: Ruf aus Dresden – 13. Februar1990

"Am 13. Februar 1945 – wenige Wochen vor Ende des bereits entschiedenen Krieges – legten Luftangriffe auch die Dresdner Frauenkirche in Trümmer. Jahrzehntelang war diese Ruine Anklage und Mahnmal für alle friedliebenden Menschen. In der schweren Zeit politischer Bedrückung und weltweiter Hochrüstung haben junge Menschen immer wieder brennende Kerzen auf die Ruine gestellt. In gewaltlosem Protest wollten sie Hoffnungszeichen setzen für eine Zeit des Friedens, der Gerechtigkeit und der Bewahrung des Lebens.

Doch der weitere Verfall der Ruine ist nicht aufzuhalten. Ihre Sicherung und Erhaltung würde umfangreiche bauliche und finanzielle Anstrengungen erfordern.

Wir wissen, dass unsere sächsische Landeskirche keine Mittel für einen Wiederaufbau der Frauenkirche zur Verfügung hat. Wir wissen, dass weder unsere Stadt noch unser Land diesen Aufbau finanzieren können.

Wir wissen, dass Kirchen der Bundesrepublik Deutschland den Aufbau vieler Gotteshäuser in unserem Lande ermöglicht haben.

Wir wissen auch, dass Neubauten und Erhaltung von Altbauten angesichts des Zerfalls vieler Gebäude notwendiger sind, als der Aufbau der Frauenkirche. Dennoch: Wir wollen uns nicht damit abfinden, dass dieses einmalige und großartige Bauwerk Ruine bleiben soll oder gar abgetragen wird.

Wir rufen auf zu einer weltweiten Aktion des Wiederaufbaus der Dresdner Frauenkirche zu einem christlichen Weltfriedenszentrum im neuen Europa. In diesem Gotteshaus soll in Wort und Ton das Evangelium des Friedens verkündet, sollen Bilder des Friedens  gezeigt, Friedensforschung und Friedenserziehung ermöglicht werden.

Damit würde der Weltkultur ein architektonisches Kunstwerk von einzigartiger Bedeutung wiedergeschenkt, das mit dem Namen des genialen Erbauers George Baehr, aber auch mit dem Namen Gottfried Silbermann, Johann Sebastian Bach, Heinrich Schütz und Richard Wagner verbunden ist.

Damit würde ein steinernes Zeugnis des christlichen Glaubens wieder erstehen; ein Gotteshaus, das sich die evangelische Bürgerschaft auf den Fundamenten der ältesten Kirche Dresdens errichtete.

Damit würde eines der schönsten Städtebilder im Herzen Europas wieder seine beherrschende Krönung, die 'Steinerne Glocke', erhalten, ohne die der Wiederaufbau Dresdens Stückwerk bliebe.

Wir rufen auf zur Bildung einer internationalen Stiftung für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche, die in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen werden soll.

Wir wenden uns besonders an die Staaten, die den zweiten Weltkrieg geführt haben. Es ist uns dabei schmerzlich bewusst, dass Deutschland diesen Krieg entfesselt hat.

Dennoch: Wir wenden uns auch an die Siegermächte und die vielen Menschen guten Willens in den USA, in Großbritannien und in aller Welt: ermöglicht dieses europäische 'Haus des Friedens'!

Wir wenden uns an die Dresdner in der Ferne: Dankt Eurer Heimatstadt durch ein Opfer zur Wiedererrichtung der Frauenkirche.

45 Jahre nach ihrer Zerstörung ist auch für uns die Zeit herangereift, die Frauenkirche als einen verpflichtenden Besitz der europäischen Kultur wiedererstehen zu lassen.

Darum rufen wir aus Dresden um Hilfe".

Bürgerinitiative für den Aufbau der Frauenkirche

21 bedeutende Bürger haben namentlich unterschrieben.


Daten zur Entstehung der Frauenkirche von 1728–1743 (nach 15 Jahren der Bauzeit):

Architekt: Ratszimmermeister George Baehr (1666–1738), nach seinem Tode wurde der Sakralbau von zwei Ratsbaumeistern vollendet.

Daten zum Wiederaufbau der Frauenkirche, nachdem sie 1945 zerstört worden war:

  • 4. Januar 1993: archäologische Enttrümmerung
  • 27. Mai 1994: Der Wiederaufbau beginnt
  • 21. August 1996: Weihe der Unterkirche
  • 2. Mai 2003: Glockenweihe
  • 13. April 2004: Der letzte Stein wird gesetzt
  • 22. Juni 2004: Turmhaube wird aufgesetzt
  • April 2005: Die Orgel ist eingebaut
  • 30. Oktober 2005: Weihe eines Wunderwerkes: die wiedererstandene  Frauenkirche (nach 11 Jahren der Bauzeit)

Das zweite Wunder der Frauenkirche:

179,7 Millionen € hat der Wiederaufbau gekostet, davon haben 600 Tausend private Spender und Förderkreise 100 Millionen € zusammengetragen. Die Dresdner Bank hatte 1995 durch den Verkauf von Stifterbriefen mit einem Erlös von 70 Millionen € die Initiative zum Wiederaufbau ausgelöst.

Ein weiteres Wunder der Frauenkirche:

Integration der stehen gebliebenen Ruinenteile: 34 % der Gesamtbaumasse, Einbau aufgearbeiteter, im Trümmerberg geborgener Altsteine: 9 % der Gesamtbaumasse.

1. Bild von links: Ausschnitt von Stifternamen des Jahres 2004
2. Bild von links: Namen von Stifterbrief-Besitzern unter F, darunter der Autor Prof. Dr. Hans-Herbert Fehske und seine Ehefrau, Dr. Helga Fehske, sie spendeten in den Jahren 1995 und 2004 für den Wiederaufbau der Frauenkirche
3. Bild von links: Beispiel eines Stifterbriefes auf den Namen Prof. Dr. Hans-Herbert Fehske anlässlich der Turmkreuzhebung, Dresden im Mai 2004
4. Bild von links: Innenansicht des Kirchenraumes mit den Pfeilern, den Emporen, darunter die Beetstuben, im Hintergrund links die “Bienenkörbe“
5. Bild von links: Innenansicht: Der Altar

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1. Bild von links: Das Martin Luther–Denkmal vor der Frauenkirche
2. Bild von links: Steigenberger Hotel de Saxe
3. Bild von links: Blick auf das Cosel-Palais
4. Bild von links: Rekonstruierte Bürgerhäuser um den Neumarkt, unweit der Frauenkirche
5. Bild von links: Ansicht der Semper-Oper

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Daten aus der Geschichte der Semperoper in Dresden:

1841 wurde in Dresden unter dem Architekten Gottfried Semper das Königliche Hoftheater eingeweiht. Dieses Theater fiel Jahre später (1869) einem Brand zum Opfer. Carl Maria von Weber und Richard Wagner wirkten damals als Dirigenten in diesem Hause.

Am 2. Februar 1878 wurde die neue Semperoper eingeweiht. Dieses bedeutende Theatergebäude mit seinen profilierten Gesangssolisten und Instrumentalisten führte dazu, dass eine ganze Reihe der Uraufführungen von Opern herausragender Komponisten hier stattfanden, auswählend: von Richard Strauß Salome (1905), Elektra (1909), der Rosenkavalier (1911), Arabella (1933), Die schweigsame Frau (1935), Daphne (1938), von Kurt Weill Der Protagonist (1926), Rudolf Wagner-Regeny Der Günstling (1935).

Ebenso wirkten in der Semperoper bedeutende Dirigenten, auswählend: Ernst von Schuch, Fritz Busch, Karl Böhm, Joseph Keilberg, Rudolf Kempe, Franz Konwitschny, Hans Vonk, Giuseppe Sinopoli, Otmar Suitner, Herbert Blomstedt, Fabio Luisi, Bernard Haitink.

Am 13. August 1944 fand im II. Weltkrieg als Maßnahme des “totalen Krieges“ die letzte Opernaufführung statt.

13./14. Februar 1945: Während der alliierten Bombenangriffe wurde die Oper beschädigt und brannte völlig aus. Für die Dresdner Bürger kam ein Abriss der Ruine “Semperoper“ zu keiner Zeit in Frage. Man wartete und hoffte.

40 Jahre später, am 13. Februar 1985, wurde nach erfolgtem langjährigen Wiederaufbau der Oper die Wiedereröffnung dieses einzigartigen Opernhauses mit der Oper “Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber weltweit erfreut zur Kenntnis genommen.

Seit 1990 trägt das Dresdner Opernhaus die Bezeichnung “Sächsische Staatsoper Dresden – Semperoper“.

Zwinger – Impressionen

Der vom Landesbaumeister Matthäus Daniel Pöppelmann im Jahre 1709 gestaltete  Barockbau “Zwinger“ diente als umrahmter Festplatz für Turniere und andere höfische Spiele des sächsischen Adels. Für die Grünanlagen wurden exotische Pflanzen angelegt. Skulpturen, vom Bildhauer Balthasar Permoser geschaffen, verschönerten die Ansichten der Gebäude. Besonders hervorhebenswert sind: das Kronentor (im Krieg ausgebrannt, 1951 wieder hergestellt) und der Wallpavillon (ebenfalls zerstört, 1954 wieder hergestellt). Der “Stadtpavillon“ gegenüber dem Wallpavillon aus dem Jahre 1723 wurde ebenfalls beschädigt, aber erst 1964 wieder fertiggestellt. 1933 wurde an der Innenseite des Stadtpavillons ein Glockenspiel angebracht, zuerst mit 24 Glocken aus Meißner Porzellan, später erweitert auf 40 Glocken des gleichen Materials. Lange Zeit blieb die Nordseite des Zwingers zur Elbe hin offen. Hier baute der Architekt Gottfried Semper von 1847 – 1854 die sogenannte Sempergalerie im Stil der italienischen Hoch-Renaissance. Der Wiederaufbau des Zwingers hatte nach dem Krieg bereits 1945/46 begonnen und war 1963 im wesentlichen abgeschlossen.

1. Bild von links: Der Stadtpavillon mit der Uhr und dem Glockenspiel
2. Bild von links: Der Zwinger mit dem Kronentor
3. Bild von links: Der Wallpavillon im Zwinger
4. Bild von links: Die Gemäldegalerie am Zwinger, vom Innenhof gesehen

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Bild links: Blick auf das Schloss (Detail)
Bild mitte:
Blick auf die Staatskanzlei am Südufer der Elbe
Bild rechts:
Blick auf den Rathaus-Turm

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Bild links: Blick auf die Kreuzkirche am Markt
Bild rechts: Blick auf das Schauspielhaus nahe dem Postplatz

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