wege zu barlach

Ernst Barlach · 1870–1938
Bildhauer · Zeichner · Grafiker · Schriftsteller

Paris (1895/1896/1897)

Hôtel de Ville, 4, place de l’hôtel-de-Ville, 75004 Paris
Tel.: 42765049

Ernst Barlach lebte und studierte zu einer Zeit in Paris, als diese Hauptstadt Frankreichs die Fesseln ihrer Enge seit dem Wirken von Baron Georges–Eugéne Haussmann (1809-1891) in den Jahren von 1850 bis 1870 abgestreift hatte (101-019/101-001/101-146/101-006: copyright by Èditions A. LECOMTE - IVRY SUR SEINE - FRANCE), (25, 04/2007). 

Baron Haussmann war durch Napoleon III. beauftragt worden, aus einer mittelalterlichen Stadt eine moderne Hauptstadt mit großzügigen Straßenzügen zu bauen, sie wurden Boulevards oder Avenuen genannt, mit Parks als Zentren der Erholung im Grünen für alle Bürger der Stadt sowie mit einem neuen System der Abwasserkanalisation.

Ernst Barlach wird das Ergebnis einer revolutionären Entwicklung der Stadt Paris mit einer Million Einwohnern, die 20 Jahre vor seinem Erscheinen in dieser Stadt komplett abgeschlossen war, nicht entgangen sein.

Die Neugestaltung von Häusern in den einzelnen Quartiers hatte dem Prinzip der Einheitlichkeit zu folgen. Immer hatte das städtische Gesamtbild den Vorrang vor einzelnen architektonischen Konzepten. Prägend für die Einheitlichkeit der neu zu errichtenden Gebäude war der durch die Académie des Beaux-Arts favorisierte Stil des Klassizismus. Dieser entsprach dem Repräsentationsbedürfnis einer neuen Bourgeoisie. Baron Haussmann forderte von Anfang an Bauvorschriften über Ausführung, Höhe und Geschosszahl. Immer wiederkehrende Grundelemente kennzeichneten mit fein variierenden Details das neue Paris. So waren die Gebäude mit fünf bis sieben Geschossen für mehrere Familien verschiedener Gesellschaftsschichten ausgelegt und ein Spiegelbild der aufkommenden bürgerlichen Gesellschaft. Die Gebäude besaßen alle einen durchgehenden Balkon auf der zweiten und fünften Etage, und die Mansardendächer waren mit Dachluken durchstoßen, um Licht auch in den Zimmern des Dienstpersonals zu haben. Die Erdgeschosse waren überwiegend als Ladenlokale geplant, und die darüber liegende erste Etage war für die Besitzer dieser Lokale reserviert. Die zweite Etage präsentierte sich als die eigentliche herrschaftliche Etage mit beeindruckenden Deckenhöhen und mit den durchgehenden Balkons.

Bild: Ernst Barlach: Eine Pariser Vorortstraße mit Häusern im Haussmann – Stil, 1895, 7, S. 25

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Bilder: Pariser Häuser im Haussmann-Stil, 25

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Einher gehend mit der rigorosen Umgestaltung der Wohnviertel durch Schaffung von monumentalen Sichtachsen, wie den zentralen Plätzen, den Straßen selbst als Avenuen, Boulevards sowie den Parks, erforderten alle diese Maßnahmen, vor allem den Ausbau des Verkehrsnetzes. Zur Zeit, als Barlach im Paris weilte, hatte die Entwicklung begonnen, sich in Fahrzeugen auf Schienen fortzubewegen. Damit war der Pferdeomnibus abgeschafft.

Ab dem 21. November 1853 fuhr in Paris die erste Pferdestraßenbahn. Mit der Elektrifizierung des Straßenbahnnetzes wurde am 6. November 1881 begonnen. Es kann angenommen werden, dass Barlach, als er 14 Jahre später nach Paris kam, wohl die Straßenbahn benutzt haben wird, die ihn von seiner Wohnung im Süden der Stadt über den Boulevard Vaugirard in Richtung Saint-Germain gebracht haben wird, wenn er zur Seine oder zur Académie Julian wollte. Eine unglaubliche technische Leistung im Verkehrswesen des Jahres 1900 war die Eröffnung der ersten Linie der Untergrundbahn "Metro’’. Ernst Barlach hatte drei Jahre zuvor die Stadt Paris verlassen.

Kann man besser über den Aufenthalt Ernst Barlachs mit seinem Studienkollegen Karl Garbers in Paris berichten als durch ihn selbst?

In seinem "selbsterzählten Leben" unter der Überschrift: “Wohin treibt der Kahn?’’ schreibt er zu Beginn ihrer Reise:

"Im Mai 1895 machten wir uns davon." (2, S. 45)

Den Zeitraum betreffend, handelte es sich um zwei Aufenthalte in Frankreichs Hauptstadt des ausgehenden 19. Jahrhunderts, einmal von Mai 1895 bis Mai 1896 und dann noch einmal von März bis Juli 1897. In seiner Autobiographie erfahren wir kaum umfassendere Details seiner Aktivitäten im Studium an der Académie Julian, auch wenig zu den Eindrücken, die er gewonnen haben könnte, die bedeutenden Bauwerke der Großstadt Paris betreffend, die im Rahmen der Industrialisierung, etwa 45 Jahre vor seinem Aufenthalt auf beiden Seiten der Seine (rive gauche, rive droite) entstanden waren. Ernst Barlach bekannte sich zu dieser Stadt:

"Hierin, ungleich meiner Mutter, der das Abbrechen der Zelte jederzeit so leicht wurde wie das Aufstellen, fühle ich an fast jedem neuen Ort Wurzeln wachsen, deren Abreißen weh tut, so geschah es auch mit Paris.“ (2, S. 46)

Karl Garbers und Ernst Barlach zogen zunächst in ein kleines Hotel, das einem Deutschen, namens Bofinger aus Schwaben, in der Rue de la Bastille gehörte. Unweit der Place de la Bastille, des Boulevard de la Bastille und der Rue de la Bastille befindet sich seit Anfang des 17. Jahrhunderts die von Heinrich IV. gebaute "Place Royale".

Bild: Place Royale / Place des Vosges - Place Royale bzw. Place des Vosges bildeten das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens im 17. Jahrhundert. Im 21. Jahrhundert diente der Platz den Pariser Bürgern zur Erholung, 25

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Im Jahre 1800 erhielt der Platz den heutigen Namen "Place des Vosges", da das Département Vogesen nach der Revolution als erstes Département seine Steuern bezahlt hatte. Die Place des Vosges war im 17. Jahrhundert Zentrum des gesellschaftlichen Lebens, und im 21. Jahrhundert wurde sie ein Platz der Erholung und Entspannung im Kreise von Freunden und mit der Familie. Mit der Place Royale schuf Heinrich IV. ein Muster für alle späteren Königsplätze, geprägt vom einheitlichen Stil der Häuser, um einen quadratischen Platz angeordnet, die Fassaden im Wechsel von hellen Steinen und roten Ziegeln gehalten. Abwechslung brachte der Rhythmus in der Gestaltung der Dächer mit den Mansarden und Schornsteinen. Über 400 Jahre gingen an dem wohl schönsten Platz Frankreichs spurlos vorüber. Er war immer wieder Schauplatz historischer Ereignisse. Häufig fanden auf ihm Turniere statt. Hier hielt sich 1615 Kardinal Richelieu auf. Der französische Dichter Victor Hugo lebte im Haus 6, Place des Vosges von 1832-1848 und schrieb wesentliche Teile von “Les Misérables’’. Die Wohnräume des Dichters können heute besichtigt werden, es gibt Ausstellungsstücke aus einer ganzen Reihe von Lebensstationen.

Während Garbers zu einem späteren Zeitpunkt auf Grund sich abzeichnender Verdienstmöglichkeiten, die sich aus Hamburg boten, weiterhin in Bofingers Hotel blieb, mietete sich Ernst Barlach im Süden ein “gartenwärts idyllisch-kleinstädtisch gelegenes Atelier’’ in der 7, Rue Alain Chartier, einer Seitenstraße des Boulevard Vaugirard, heute 15. Arrondissement.

"Da hockte ich, versorgte selbst den Tisch in meinem Haushalt, den ich alt für 50 Francs gekauft... rauchte langstielige Kalkpfeifen, zeichnete und schrieb und traf Garbers zu Abend im Café." (2, S. 47)

Über eine Begegnung mit dem Maler Schenk in Ecouen, der Barlach für einen “rotznäsigen“ Anfänger hielt, erfolgte durch dessen Vermittlung die Aufnahme in die Académie Julian. Als Barlach 1895 sein Studium begann, befand sich die Akademie bereits in der 31, Rue du Dragon, einer Nebenstraße des Boulevards Saint-Germain, der in Bogenform südlich der Seine vom Pont de la Concorde bis zum Pont de Sully verläuft.

Ernst Barlach zeigte sich sehr zurückhaltend in seinem “selbsterzählten Leben’’, was die Schilderung des Studienalltags anbelangte:

... “ich zeichnete einige Wochen oder gar Monate auf der Akademie Julien (richtiger Julian) Akte, schlechte, langweilige Richtigkeiten, Zustände einer schlechten, langweiligen Kleiderlosigkeit bei männlichen und weiblichen Darbietern von so viel Mangel an Trost, daß ich nicht einsehen konnte, weshalb man sich eigentlich mühe – ich, dem beim Gang über die Straßen der Bleistift in der Hand vor Ungeduld zu tanzen begann“. (2, S. 46)

1. Bild von links: Namensschild der Rue du Dragon mit Ernst Barlachs Studienadresse Académie Julian, Rue du Dragon, Nr.31, 25
2. Bild von links: Rue du Dragon vom Boulevard Saint-Germain aus, 25
3. Bild von links: Rue du Dragon zum Boulevard Saint-Germain hin, 25
4. Bild von links: Rue du Dragon Nr. 30, Victor Hugos Wohnung - Text der Info-Tafel: „VICTOR HUGO HABITAT CETTE MAISON EN 1821”, 25

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1.+2. Bild von links: Rue du Dragon Nr. 31: Adresse der Académie Julian, 25
3. Bild von links: Eingangsbereich der Académie Julian, 25
4.+5. Bild von links: Fassade der Académie Julian, 25

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... “so geschah es im Geklüft des Louvre, das mich verschlang und tage-, wochen-, monatelang behielt. Ich ging da um wie der unvermeidliche Hausgeist, eingefleischt, zugehörig und des Dings gewohnt, wie eine Ratte ihres Lochs, oft nur eines Bewusstseins, ’heim’ zu sein, froh“. (2, S. 47 f.)

Auf Barlachs Weg zu Fuß zum Louvre - wäre er von der Académie Julian, Rue du Dragon gekommen - hätte er den Boulevard Saint-Germain Richtung Osten entlang gehen können. Dieser Boulevard mit einer Länge von drei Kilometern ist der bekannteste Boulevard auf dem linken Seine-Ufer, der wie auch alle anderen Boulevards und Avenuen im Auftrag von Napoleon III. gebaut worden war. An der Kirche St-Germain-des-Prés wäre Barlach nach links in die Rue Bonaparte eingeschwenkt in Richtung Seine. Hier wäre er kurz vor dem Quai Malaquais an der Ècole Nationale Supérieure des Beaux-Arts vorbeigekommen, dem Konkurrenz-Unternehmen zur Académie Julian, vielleicht wäre er auch einmal dort hineingegangen. Am Eingangstor zum großen Hof “wachen’’ die Köpfe zweier Meister des 17. Jahrhunderts: Nicolas Poussin und Pierre Puget. Hier wurden - mit Ausnahme der Architektur - alle Disziplinen der Bildenden Kunst gelehrt.

Um zum Louvre zu gelangen, hätte Barlach den Weg entweder über den Pont du Carrousel oder über den Pont des Arts nehmen können. Am Quai Malaquais begegnet man Händlern, vor ihren Buchauslagen sitzend oder stehend, auf Interessenten, auf Neugierige wartend. Die Buchstände, vier bis fünf einzelne Teile zusammengefügt, auf die Kaimauer gestellt, durch angeschraubte oder genagelte Holzleisten, beiderseits der Mauer senkrecht abwärts führend, einen sicheren Halt bietend. Dächer geben einen gewissen Schutz für die Bücher, mehr vor der Sonne als vor dem Regen. Die Franzosen nennen diese Straßenbuchhändler “les bouquinistes“.

Bild links: École Nationale Supérieure des Beaux-Arts (Nationale Höhere Schule der Schönen Künste), 25
Bild mitte: Bouquinistes (Straßenbuchhändler) an der Seine, 25
Bild rechts: Blick vom Pont du Carrousel auf den dreitorigen Durchgang in den Innenhof des Louvre, 25

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Ernst Barlachs Studium-Adresse der Académie Julian in Paris: 31, Rue du Dragon

Auf einem Hinweisschild am Gebäude ist die exakte Bezeichnung des Namens der Studieneinrichtung zu lesen, die  hier seit 1890 bis heute unter folgendem Namen existiert: “E S a g’’ – ÉCOLE DES SUPÉRIEURE D’ARTS GRAPHIQUES ET ARCHITECTURE INTéRIEURE – Ècole privée Met de Penninghen et Jacques d’Andon, Académie Julian

(Adresse der Académie Julian in Deutsch: Höhere Schule für Künste der Graphik und Innenarchitektur, Privatschule Met de Penninghen und Jaques d’Andon, Akademie Julian)

Bild links: Adresse der Académie Julian, 26
Bild rechts: Titelblatt der Broschüre “ESAG Penninghen“ (Académie Julian), 26

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Die Broschüre mit dem Titel de l’ACADÉMIE JULIAN à l "ESAG Penninghen“ informiert über die Geschichte dieser École supérieure d’Arts, zum conzept de l’ "ESAG Penninghen2, zu den Kursen, zum Lehrkörper, zu den Auszeichnungen als Diplom, zu den Berufsgruppierungen, zu den französischen und ausländischen Jury-Mitgliedern für die Vergabe der Diplome sowie zur internationalen Zusammenarbeit. Der größere Teil der Broschüre umfasst Beispielsammlungen kreativer Leistungen, die zu verschiedenen Sachgebieten an der Ecole Supérieure geschaffen worden waren. Einzelne Informationen aus der Broschüre (Französisch/Englisch) werden hier aufgezeichnet (Übersetzung ins Deutsche: Hans-Herbert Fehske):(Quelle 20: Broschüre zum Thema "DE L'ACADÈMIE JULIAN À L' ESAG Penninghen)

Historique – zur Geschichte der Académie Julian, S. 01: 

1868

Rodolphe Julian ouvre un Atelier à Paris, Passage des Panoramas, en 1868. Parmi les enseignants : Robert-Fleury, Bouguereau, J.P. Laurans. Ils ont pour élèves des géants de l’art de ce siècle : les Nabis, Bonnard, Maurice Denis, Sérusier, Vuillard mais aussi Derain, Duchamp, Léger, Matisse etc. En 1890 de nouveaux ateliers sont fondés, notamment au 31 rue du Dragon. Aux Maîtres Jean-Pierre et Paul-Albert Laurens, Landowsky et Bouchard, répondent de nouveaux élèves: Dunoyer de Segonzac, Cassandre, Mac Avoy. En 1916, l’Académie devient un pôle d’attraction pour les artistes étrangers, ainsi qu’après la deuxième guerre mondiale avec de jeunes artistes américains."

Rodolph Julian eröffnet ein Atelier in Paris, Passage des Panoramas, 1868. Unter den Lehrenden: Robert-Fleury, Bouguereau, J.P. Laurens. Sie stellen für ihre Studenten eine führende Größe in der Kunst dieses Jahrhunderts dar: Die Nabis: Bonnard, Mauris Denis, Sérusier, Vuillard, aber auch Derain, Duchamp, Léger, Matisse usw. (als Mitglieder)

Anmerkung: "Nabis" ist eine Künstlergemeinschaft. "Nabis" (hebräisch) heißt Propheten, Erleuchtete. Unter dem Einfluss von Cézanne und Gauguin wurde sie in Paris gegründet. 1890 wurden neue Ateliers gegründet, vor allem in der 31, rue du Dragon. Unter den Maîtres Jean-Pierre und Paul-Albert Laurens kamen neue Studenten: Dunoyer de Segonzac, Cassandre, Mac Avoy.

Anmerkung: Es ist die Zeit des Studiums von Garbers und Barlach an dieser Akademie. 1916 wird die Akademie ein Pol der Attraktivität für die ausländischen Künstler, wie auch nach dem II. Weltkrieg für junge amerikanische Künstler.

1968

"En 1953, le peintre et céramiste Guillaume Met de Penninghen et le décorateur Jacques d’Andon ouvrent, rue Falguière, des Ateliers de préparation aux grandes Ècoles d’Art : Ècole Nationale Supérieure des Arts Appliqués et des Métiers d’Art, Ècole Nationale Supérieure des Arts Décoratifs et professorat de dessin. En 1959, ils intégrent leurs ateliers dans le cadre de l’Académie Julian. De la réussite et de l’éclectisme de leur enseignement, naîtra, en 1968 l’Ècole Supérieure d’Arts Graphiques. AU cœur des soubresauts de ces décennies, le «Grand Patron» qu’est Guillaume Met de Penninghen porte haut l’exigence de l’effort et de la création."

1953 eröffnete der Maler und Keramiker Guillaume Met de Penninghen und der Dekorateur Jacques d’Andon in der Rue Falguière Ateliers zur Vorbereitung auf die großen Kunstschulen, genannt „Ècole Nationale Supérieure des Arts Appliqués et des Métiers d’Art", "École Nationale Supérieure des Arts Décoratifs et professorat de dessin". 1959 integrierten sie ihre Ateliers in die Struktur der Akademie Julian. Erfolg und Eklektizismus ihres Lehrens war 1968 die Geburtsstunde für die "École Supérieure d’Arts Graphiques". Im Herzen der plötzlichen Sprünge dieses Jahrzehnts trägt der “Große Meister’’, das ist Guillaume Met de Penninghen, die hohen Ansprüche des Bemühens und der Kreation.

2004

"Les deux noms illustres “Penninghen“ et “Académie Julian" se détachent toujours sur le fronton de l’ESAG Penninghen. L’esprit initial est intact:assurer la formation complète, au niveau international, de professionnels créatifs dans ces deux domaines du Design: la Communication visuelle, l’Architecture Intérieure. Quel meilleur hommage rendre aux fondateurs de cet esprit, que de perpétuer la chaîne de la création. Aujourd’hui, comme l’illustrent les œuvres choisies pour cette plaquette, de grands noms du Design, issus de l’ESAG Penninghen, entrent dans l’Histoire du Design du XXIe siècle."

Die zwei berühmten Namen “Penninghen“ und “Académie Julian’’ lösen sich immer wieder auf zum Giebel von l’ "ESAG Penninghen". Die Initialzündung ist in Ordnung: gewährleisten die vollständige Formation, auf internationalem Niveau, von kreativer Professionalität in diesen beiden Domänen des Designs: die visuelle Kommunikation, die Innen-Architektur. Welch bessere Huldigung wird diesen Begründern des Geistes zurückgegeben, um die Kette der Kreation aufrecht zu erhalten. Heute sind es diejenigen, die die Werke illustrieren, ausgewählt für diese Broschüre, große Namen des Designs, ausgegangen von l’ "ESAG Penninghen", treten sie ein in die Geschichte des Designs des XXI. Jahrhunderts.

Le concept de L' "ESAG Penninghen", S. 02-04
(nachfolgend nur die Überschriften, außer bei Échanges)

une philosophie prospective et appliquée du Design
          eine zukunftsorientierte und angewandte Philosophie des Designs

polyvalence et adaptabilité
          Vielwertigkeit und Anpassungsfähigkeit

pédagogie
          Pädagogik

rigueur
          Strenge/Härte

la réalité de la commande
          Die Realität der Bestellung

l'international
          Internationalität

le cursus, S. 05–10

la rencontre du "maître"
          Die Begegnung mit dem « Meister »

ESAG I : la polyvalence et le choix d’orientation
          Die Vielwertigkeit und die Wahl der Orientierung

AG2 et AI2 : les bases du métier
          Die Grundlagen des Berufes

AG3 et AI3 : la voie de la personnalisation
          Der Weg der Persönlichkeitsentwicklung

AG4 et AI4 : la maîtrise
          Die Kontrolle

Stages
          Praktika

Échanges
          Austausche

(Les étudiants peuvent également effectuer un séjour d’études de 3 mois et plus dans une autre école partenaire. Depuis sa création, l'ESAG Penninghen a étendu les échanges internationaux d’étudiants à plus de 75 écoles partenaires dans le monde.)

(in Deutsch):

Die Studenten können ebenfalls einen Studien-Aufenthalt von drei und mehr Monaten in einer anderen Partner-Schule durchführen. Seit seiner Gründung hat die ESAG Penninghen den internationalen Studenten-Austausch zu mehreren Partner-Schulen in der Welt geknüpft.

Bild: Heures de cours par semaine (Wochen-Stunden für die Kurse), 26

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Ausgewählte Beispiele schöpferischer Kreationen von Autoren unter einem thematischen Bezug

architecture intérieure 

Bild: Quelle 20: Beispiel 1, S. 64: Camille Berthelot: École de danse sur les toits de Paris (04/2008) - (Tanzschule über den Dächern von Paris), 26

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technologie et construction

Bild: Quelle 20: Beispiel 2, S. 75: Priscille Bonduelle: Restaurants éphémères pour l’exposition Eurolille 2004 servant de signal (04/2008) (kurzlebige Restaurants für die Ausstellung Eurolille 2004 als Signal)

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Prix MET Penninghen AG

Bild: 4 Beispiele von den Autoren Olivier Boulay, Stephanie Petit, Francois Buron, Muriel Zeller unter einer größeren Anzahl von Preisträgern des „Prix MET Penninghen AG , 26

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Diese Preise werden jährlich an ehemalige SchülerInnen für eine auffällige Kreation verliehen.

Historische Bauten  des linken bzw. rechten Seine – Ufers nach den Umgestaltungskonzepten von Georges – Eugéne Haussmann, denen Ernst Barlach während seines Studien-Aufenthaltes begegnet sein wird (25, 26, 04/2007).

Bild links: Ein Stadtplan von Paris, rive gauche (linkes Seine–Ufer), gibt den Rahmen für das Aufsuchen von attraktiven Gebäuden, Parks, Boulevards, Kirchen, Cafés und Museen.
Bild rechts: Lage-Skizze vom Boulevard Saint-Germain- mit der Rue du Dragon, nach Süden abzweigend, 20a, Karte 30 unten, 26

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Ernst Barlach schien alles Interessante zur Kenntnis nehmen zu wollen, wenn er sagte:

Es hat nicht lange gewährt, da entwöhnte ich mich des Fremdseins und nahm willig die Nahrung an, die Paris mir bot. Es wird mir leicht, Vertrauen zu fassen, und ich fühlte mich bald am rechten Ort zwischen Straßen, Plätzen, Ufern und herrlich gefassten Weiten". (2, S. 47)

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In unmittelbarer Nähe des Studienortes Rue du Dragon gibt es am Schnittpunkt vom Boulevard Saint-Germain und der Rue Bonaparte schon in den Jahren 1895/96 bedeutende Stätten wie die Kirche Saint-Germain-des-Prés. Die heutige Kirche stammt etwa aus dem 11. Jahrhundert, sie ist die älteste Kirche von Paris. Im 19. Jahrhundert wurde sie grundlegend restauriert. Vorfahren der Pariser Bürger kannten diese Kirche mit drei Türmen. Das Innere der Kirche ist von verschiedenen architektonischen Stilen geprägt: Marmorsäulen aus dem 6. Jahrhundert, gotisches Gewölbe und romanische Bögen haben sich zur Einheit der Stile gefügt. Bedeutende Persönlichkeiten der Vergangenheit sind hier bestattet worden: der Philosoph René Descartes, der Dichter Nicolas Boileau und Johann Kasimir, König von Polen und ab 1669 Abt von St-Germain-des-Prés.

Bild: Turm der Kirche St.-Germain-des-Prés 25

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Wenn Ernst Barlach von der Rue du Dragon (Académie Julian) auf den Boulevard St-Germain stieß, musste sein Blick gegenüber und rechts auf drei bedeutende Cafés fallen. Mit dem Ausbau der Boulevards unter Georges-Eugène Haussmann etablierte sich eine große Anzahl von Cafés, vor allem am linken Seine-Ufer. Für die Pariser waren die Cafés feste Bestandteile des Alltagslebens, ein Ort der Begegnung vielerlei Art. Eng beieinander liegen auch heute noch drei Cafés am Boulevard St-Germain: "Les Deux Magrots", 6, Place St-Germain-des-Prés

Zwei Figuren chinesischer Kaufleute an zwei Flächen einer Säule im Inneren gaben dem Café den Namen "Les Deux Magots’’( 6, Place St-Germain-des-Près ). Hier trafen sich zu allen Zeiten Schriftsteller, Philosophen, Intellektuelle, auch Touristen, und das nicht nur im Inneren, sondern auf der Straße (Terrasse) davor, bei unterschiedlichen Preisen, je weiter vom Tresen entfernt, um so preisintensiver.

Bild links: Café "Les Deux Magots" , 25
Bild rechts: Figur eines Chinesen im "Deux Magots", 25

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Das “Café de Flore’’ ( 172, Boulevard St-Germain ) faszinierte mit seinen roten Sitzen und Spiegeln. An einer Zwischenetage über dem Erdgeschoss des Cafés war ein die gesamte Fläche umfassendes Blumenmeer gestaltet, dem Namen des Cafés de Flore" gerecht werdend:

Bilder: “Café de Flore“, 25

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