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Ernst Barlach · 1870–1938
Bildhauer · Zeichner · Grafiker · Schriftsteller

Der arme Vetter (1911–1913)

Uraufführung am 20. März 1919
Hamburger Kammerspiele

005_small.jpgAdresse des Theaters:
Hamburger Kammerspiele
Hartungstraße 9-11
20146 Hamburg
Tel.: 040 / 4133440

 

In den Hamburger Kammerspielen gab es insgesamt 4 Aufführungen des Dramas "Der arme Vetter". Weitere Uraufführungsstätten Barlachscher Dramen hatten den "armen Vetter" auf dem Spielplan: am 15. März 1927 das Reußische Theater Gera und am 18. November 1989 das Staatstheater Stuttgart. Dieses Drama war in der Zeit von 1919 bis 1. April 2006 an 49 Bühnen - welch eine hohe Anzahl - aufgeführt worden, darunter auch in Wien, Basel und in Kyoto. In der Statistik der Inszenierungen von "Der arme Vetter" Ernst Barlachs endet die Übersicht am 1. April 2006 im National Museum of Modern Art, Kyoto (vgl.: 28, S. 219f.). 

Vortitel der Erstausgabe zu Ernst Barlachs Drama "Der arme Vetter", 1917, Quelle 28, S. 219; 26 (© Ernst Barlach Lizenzverwaltung, Ratzeburg; Ernst Barlach Stiftung, Güstrow)

Externer Link: Inhalt des Dramas „Der arme Vetter”


 

Foto-Variationen von den Hamburger Kammerspielen

2 Ansichten: (Nr. 15/16), erst später


Einblick in die Geschichte des Theaters

Seit 1918 gab es in Hamburg das Theater "Hamburger Kammerspiele", gegründet wurde es von Erich Ziegel, der das Theater als Intendant bis 1933 leitete. Die Hamburger Kammerspiele waren Inbegriff eines modernen, expressionistischen Theaters, abzulesen auch an den Werken, die von Autoren wie Arthur Schnitzler, Bertolt Brecht u.a. gespielt worden sind. Das Judentum ist mit der Geschichte der Kammerspiele verwurzelt, war doch der Bauherr des 1863 gebauten Gebäudes, das später zum Theater wurde, der jüdische Kaufmann Otto Eduard Ferdinand Pfennig. Hier wirkte noch vor der Existenz der Kammerspiele die jüdische Freimaurerloge (seit 1904). Ein besonders dunkles Kapitel tat sich für das Theater auf, als es 1941 an die Stadt Hamburg zwangsweise verkauft worden ist und bald darauf geschlossen wurde. Am 11. Juli 1942 wurden Hamburger Juden im Theatergebäude versammelt, um sie in die Vernichtungslager, z. B. nach Auschwitz zu deportieren. Nach Ende des II. Weltkrieges wurde bereits 1945 das Theater Hamburger Kammerspiele wieder eröffnet. Als Intendantin fungierte von 1945 bis 1989 Ida Ehre, eine Jüdin, die den Leidensweg im KZ überstanden hatte. Den Neuanfang des Theatergeschehens an den Kammerspielen gestaltete Ida Ehre unter dem Motto "Theater der Menschlichkeit und Toleranz". In bezug auf die Dramen Barlachs gab es sogar zwei Uraufführungen an diesem Hause, zum einen das Drama „Der arme Vetter" und dann auch „Die echten Sedemunds" (23. März 1921). Zu den herausragenden Leistungen des Theaters gehörte die Uraufführung des Schauspiels von Wolfgang Borchert "Draußen vor der Tür".


Lithografien von Ernst Barlach zu “Der arme Vetter“, 1919 (Auswahl), Quelle 28:
Auf Abwegen, S. 41; Das Paar in der Menge 1 (Heimliches Gespräch), S. 43; Magd eines hohen Herrn, S. 45; 26 (© Ernst Barlach Lizenzverwaltung, Ratzeburg; Ernst Barlach Haus - Stiftung Hermann F. Reemtsma, Hamburg; Fotos: Heinz-Peter Cordes, Hamburg)

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Das Publikum der Kammerspiele schelten manche snobistisch, weil es zum Beispiel auch mit ausgefallenstem Wedekind restlos mitgeht. Es lieferte diesmal den Beweis, dass es nicht snobistisch ist. Denn ein Teil ergab sich nicht, sondern opponierte recht heftig. Das war ehrlich, genauso ehrlich wie der Beifall. Barlach muß eben erst erobert werden...

(Aus der Kritik zur Uraufführung des Dramas "Der arme Vetter" von Ernst Barlach an den Hamburger Kammerspielen von Hans W. Fischer, Der arme Vetter, Drama von Ernst Barlach, Neue Hamburger Zeitung, 21.3.1919: 28, S. 223)

 

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