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Ernst Barlach · 1870–1938
Bildhauer · Zeichner · Grafiker · Schriftsteller

Vielfalt des Schaffens

Auf dem Weg zur Meisterschaft als Bildhauer

Für Ernst Barlach waren die Jahre nach den Russland-Erlebnissen Phasen des Sich-Sorgens um seinen Sohn, den er um sich wissen möchte, getrennt von seiner Mutter bis zu dem Zeitpunkt, an dem per Gerichtsentscheid das Sorgerecht für ihn als Vater erstritten war.

Ernst Barlach schreibt sein erstes Drama "Der tote Tag"

Dieses Drama erschien 1912 im Verlag Paul Cassirer, 1919 erfolgte dessen Uraufführung im Leipziger Theater. Sorgen bereiteten Ernst Barlach währenddessen auch die gesundheitlichen Probleme seiner Mutter, die am Magen operiert worden war, sich aber, beeinflusst durch eine Kur in Bad Kissingen, auf dem Wege der Besserung befand.

Ernst Barlach begegnet seinen Förderern August Gaul, Paul Cassirer, Max Klinger

Künstlerisch war es für den Bildhauer Barlach eine Fortsetzung seiner Lern- und Wanderjahre, die befördert wurden durch die Begegnung mit Persönlichkeiten, wie dem Berliner Tierplastiker August Gaul, der im Vorstand der Berliner Secession arbeitete und sich als Ratgeber Barlachs bei der Bewältigung des Alltags seines künstlerischen Arbeitens zeigte. So half er Ernst Barlach bei der Suche nach einem geeigneten Atelier in Berlin. August Gaul ermunterte seinen Künstlerkollegen auch in seinem Bestreben und in den Versuchen, Plastiken in Holz zu formen. Eine wichtige Grundlage des Gestaltens seiner Figuren in Holz, so stellte es Barlach im Nachhinein selbsterkennend fest, bildeten sein Wissen und seine Erfahrungen, die ihm Professor Thiele in Dresden während seines Studiums vermittelt hatte, zum Beispiel das Formen von Gewändern in ihrem Faltenwurf und ähnliches. Ebenso wichtig war für den Bildhauer Barlach seine umfangreiche Sammlung von Zeichnungen in den Skizzenbüchern und Taschenbüchern - man kann sagen, seit seinem Aufenthalt in Friedrichroda und Paris -, die er nun nur abzurufen brauchte, um sie zu Gestalten aus Holz werden zu lassen. Seine Zeichnungen waren sein Kapital. Über August Gaul fand Ernst Barlach Kontakt zum Kunsthändler und Verleger Paul Cassirer, dem nachgesagt wurde, besonders befähigt zu sein, als versierter Geschäftsmann und Förderer für hoffnungsvolle junge Künstler zu wirken. So unterbreitete Paul Cassirer dem Künstler Barlach bei einer Begegnung im Hause Gaul den Vorschlag, ihm Arbeiten zu senden. Barlach, der nichts vorrätig zu haben schien, ließ einen längeren Zeitraum verstreichen, ohne zu reagieren, so dass Cassirer den Künstler zu einem Besuch aufforderte und diesem ein Abkommen unterbreitete, wonach Barlach ein festes monatliches Salär gegen ein Alleinvertretungsrecht Paul Cassirers für dessen Werke erhalten sollte. Auf Anregung Paul Cassirers, doch einmal etwas zu lithographieren, nutzte Barlach das Vorhandensein seines Textbandes "Der tote Tag'', um dazu Lithographien zu gestalten. Anfang November 1908 wandte sich Max Liebermann an seinen Kollegen Max Klinger mit der Bitte, den Bildhauer Barlach, den sie alle für ein besonderes Talent hielten, durch ein Stipendium der Stiftung Villa Romana, verbunden mit einem Aufenthalt in dieser in Florenz gelegenen Villa, künstlerisch und privat zu fördern, hatten sie doch Kenntnis von den "eigentümlichen Verhältnissen'' Barlachs, die die Förderer zu einem schnellen Eingreifen verpflichtete. Anfang Februar 1909 verließ Barlach für etwa neun Monate Berlin, nachdem er vorher die Betreuung seines Sohnes in die Hände seiner Mutter gegeben hatte, die seit kurzem einem ihrer Zwillingssöhne in dem mecklenburgischen Städtchen Güstrow den Haushalt führte, nun auch den kleinen Enkel Nikolaus betreute.

Mittels eines Stipendiums der Stiftung "Villa Romana" nutzte Ernst Barlach seinen Aufenthalt in Florenz, seine erste Plastik in Holz zu formen

048_small.jpgIn der Villa Romana fand Ernst Barlach ausreichende Lebens- und Arbeitsbedingungen vor. Seine Behausung umfasste Wohnstube, Schlafraum, Küche und Bad, dazu in einem Nachbargebäude ein Atelier.

Bild: Villa Romana in Florenz, 1909, Nr. 27: 7, S. 40/o,li; 26 (copyright by Ernst Barlach Lizenzverwaltung, Ratzeburg)

Ledig seiner Alltagssorgen in Berlin konnte sich Ernst Barlach auf seine bildhauerische Arbeit konzentrieren. So war er in der faszinierenden Landschaft der Toskana mit dem Skizzenbuch unterwegs, um vor allem die Menschen mit Bleistift, Tusche oder Kohle im Bild festzuhalten. Vor allem aber suchte er eine neue Herausforderung, Plastiken in Holz zu formen. Das Material war dazu von Berlin nach Florenz geschickt worden. Innerhalb weniger Wochen hatte seine erste Holzplastik Gestalt angenommen.


Bild: "Der Zecher", 1909, Nr. 28: 7, S. 40/0, re; 26 (copyright by Ernst Barlach Lizenzverwaltung, Ratzeburg)

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Bereits nach Ostern setzte er seine Arbeit an zwei weiteren Plastiken fort. Es entstanden:

Bild links: "Sterndeuter I", 1909, stehend, Holz (Nr. 29: 1, S. 43, 26)
Bild rechts: "Sterndeuter II", 1909, sitzend, Bronze, Nr. 30: 6, S. 102; 26 (copyright by Ernst Barlach Lizenzverwaltung, Ratzeburg)

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In Florenz traf Ernst Barlach Theodor Däubler, "ein Gebirge aus Fleisch und Geist"

005_small.jpgAuf seinen Wanderungen in die toskanische Landschaft und in die Stadt Florenz kam Barlach gelegentlich auch in das deutsche Café Reininghaus, es war ein Treffpunkt von Malern und Schriftstellern. Hier lernte er Arthur Moeller van den Bruck kennen, der gerade an der ersten Deutschen Dostojewski-Gesamtausgabe arbeitete, außerdem traf er in diesem Café den Dichter und Philosophen Theodor Däubler. Die Begegnung mit Däubler zeigte Wirkung. Theodor Däubler, in Triest geboren, in Italien aufgewachsen, fließend italienisch sprechend, war ein idealer Reisebegleiter für Ernst Barlach, jetzt in der Toskana, später in Mecklenburg. Die Verbindung Ernst Barlachs zu Theodor Däubler findet ihren künstlerischen Niederschlag in einer Bronze-Plastik aus dem Jahre 1910/11.

Bild: "Ruhender Däubler", 1910/11, Gips, Nr. 31: 6, S. 108; 26 (copyright by Ernst Barlach Lizenzverwaltun, Ratzeburg)

Nach Ruhe und Besinnlichkeit des Lebens und Arbeitens in Florenz hatte ihn im November 1909 das Pulsierende der großen Stadt Berlin wieder herausgefordert.


Zurück in Berlin, entschloss sich Ernst Barlach erst zeitweise, dann endlich auf Dauer nach Güstrow zu ziehen

Wenige Monate später äußerte der Bildhauer Barlach, dessen Sohn sich noch immer bei seiner Mutter in Güstrow aufhielt, in einem Brief an seinen Verleger und Freund Reinhard Piper Gedanken solcher Art, dass es wohl sinnvoll wäre, jeweils über den Sommer in Güstrow zu leben, um hier zu ganz regelmäßigen Stunden Arbeit zu kommen, und die andere Zeit weiterhin in Berlin zu wohnen. Noch während der abschließenden Arbeiten an den Lithographien zur Bebilderung seines Dramas "Der tote Tag" beschloss er, auf Dauer in Güstrow zu bleiben, was bei einigen seiner Freunde und Kollegen auf Verwunderung stieß. In Güstrow hatte er sowohl seine Familie, seinen Sohn und seine Mutter, als auch ideale Bedingungen und Anregungen zu künstlerischer Arbeit mittels Studium der Güstrower Bürger, Landarbeiter, Forstarbeiter, Fischer, Handwerker, Marktfrauen, ähnlich der Situation, die er in Russland angetroffen hatte. Nun konnte er seine Skizzenbücher wieder füllen mit einem "Mecklenburger Bauern", einem "Kuhhirten", mit "Frauen bei der Kartoffelernte" und mit "Güstrower Fischern".

1. Bild von links: "Mecklenburger Bauer", 1912, Feder über Blei (Nr. 32: 3, S. 113, 26)
2. Bild von links: "Kuhhirte", 1910, Skizze (Nr. 33: 3, S. 97, 26)
3. Bild von links: "Güstrower Fischer", 1914, Kohle (Nr. 34: 3, S. 119, 26)
4. Bild von links: "Frauen bei der Kartoffelernte", 1913, Bleistiftszeichnung (Nr. 35: 3, S. 115, 26)

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049_small.jpgIm Oktober 1911 bezog Ernst Barlach mit Sohn und Mutter in Güstrow eine Vierzimmer-Wohnung im Parterre der Schweriner Straße Nr. 22 , (heute Nr. 40). In der Nähe fand er einen Werkraum, den sogenannten "Pferdestall", der von 1911 bis 1926 sein Atelier darstellte, allerdings keine guten Voraussetzungen besaß, vor allem das Licht betreffend.

Bild: Barlachs Atelier in Güstrow ("Pferdestall") von 1911 bis 1926, Nr. 36: 7, S. 41/o,li; 26 (copyright by Ernst Barlach Lizenzverwaltung, Ratzeburg)

In den Jahren von 1911 bis 1914 entstanden im "Pferdestall" viele bedeutende Werke, die seinen Ruf als Bildhauer bestätigten: "Der Schwertzieher", "Die Verlassenen" (Kohle, Gips getönt), "Der Einsame", "Drei singende Frauen" (Eichenholz), "Die Vision", 1912 (Holz), "Der Spaziergänger" (Zink, Bronze), "Panischer Schrecken" (Gips), "Schwebender" (Gips, getönt), "Schlafende Vagabunden" (Böttger-Steinzeug) sowie Porträts von Theodor Däubler (Bronze) und vom Kunsthändler Albert Kollmann. Dazu gehört auch die folgende Plastik:

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Bild: Bildnis "Tilla Durieux" III, 1912, Bronze, Nr. 37: 6, S. 111; 26 (copyright by Ernst Barlach Lizenzverwaltung, Ratzeburg)

Die Porträts von Tilla Durieux entstanden während eines etwa dreiwöchigen Aufenthalts, den Ernst Barlach vom 24. Juli bis Mitte August 1912 im Landhaus von Paul Cassirer in Noordwijk aan Zee verbracht hatte.


Hier in Güstrow, "wo er der Herr seiner Zeit und der Diener seiner Arbeit sein kann", hatte sich für die sehr schaffensreiche Phase seines Lebens ein Tages- und Jahresrhythmus herausgebildet

War das Tageslicht gut, so wurde an den großen Hölzern gearbeitet (gebeilt, geschlagen, geschliffen). Abends oder an den Wintertagen schrieb oder zeichnete er. Die ersten Jahre in Güstrow waren Barlachs Schaffensjahre als Holzbildhauer. Dabei wurden stets wiederkehrende Arbeitstechniken genutzt: Zuerst zeichnete er mit Kohle, oder er skizzierte, was sein Auge bei den Wanderungen erfasst hatte. Vermutlich Wertvolles wurde in Mappen aufgehoben, zur späteren Verwendung. Ein nächster Arbeitsschritt betraf das Gestalten von Werkmodellen aus Gips oder Ton. Die Exaktheit dieser Gestaltung von Kleinmodellen war für Ernst Barlach die Voraussetzung für eine genaue Übertragung in das nachfolgende Original in Holz oder Bronze. Der Künstler Barlach arbeitete in seinem Bestreben, alles so gut zu machen, wie er es konnte. Dazu brauchte er Zeit und Ruhe. Ernst Barlach war inzwischen etwa 45 Jahre alt, von schmächtiger Gestalt, herzleidend, dennoch ein starker Raucher, viele Fotos zeigen ihn rauchend. Sein Sohn war ein richtiger Schulbub. Der Junge hatte seinen vollen Tag an der Seite seines Vaters, der ihn das Schauen und Staunen lehrte. Klaus, der voller Streiche steckte, machte es dem Vater mitunter nicht leicht, alles war aber ohne Arglist.

Ablenkung, Stress, Entspannung zeigten sich außerhalb seines bildnerischen Tätigseins

Das Leben unter einem Dach mit seiner Mutter Louise Barlach war da schon weitaus schwieriger. Sie neigte zu endlosem Streit über Banalitäten des Tagesgeschehens. Das gemeinsame Frühstück am Morgen wurde Barlach zuweilen zur Folter. Das Schwatzen und Schmatzen seiner Mutter wollte da kein Ende nehmen. Ernst Barlach beherrschte sich in der Regel und floh in die Arbeit. Auch die Abende waren belastend, wenn Barlach den Rest des Tageslichtes nutzen wollte, um Schreibkram zu erledigen oder zu zeichnen, während Mutter Barlach ihren Anteil des "Abendklöhns'' brauchte, dem man kaum entweichen konnte. Sichtbar wurde, dass dem Künstler eigentlich ein Weib an seiner Seite fehlte, so sagte man. Aber Barlach war ja verheiratet, er hatte eine Geliebte, das war seine Kunst. Kein Glück ist denkbar, wenn mir die Kunst untreu würde, so dachte und äußerte sich Barlach gegenüber seinem Vetter Karl Barlach, mit dem sich aufgrund ihrer gemeinsamen Doppelbegabung im Künstlerischen eine schöne neue Freundschaft entwickelt hatte. Karl war Rechtsanwalt und Notar, dazu Maler und Schriftsteller. Selbst die Frage der Suche nach einer Frau als Partnerin war Gesprächsstoff zwischen beiden. Nur kam Barlach schnell zur Erkenntnis, dass er eine Liaison wirklich nicht eingehen wollte, weil es ihn von Wichtigerem abhielte, dem alle Kräfte gehören müssten. Für die Güstrower schien er ein Fremder, ein Zugereister zu sein. Er brauchte sie auch nicht, es sei denn als Beobachtender der Güstrower in ihren Gesten, Bewegungen, körperlichen Äußerungen. Er lebte in dieser Stadt Güstrow als Einsamer, auf seine Berufung zur Kunst konzentriert, seine Öffentlichkeit fand er in den Briefen mit Kollegen, Verlegern, seinen späteren Auftraggebern, seinen Freunden. In einer historischen Aufnahme (CD Litera, VEB Deutsche Schallplatten) liest Ernst Barlach aus dem"russischen Tagebuch" über seine Reise zu seinem Bruder Hans. Es erklingt eine warme, kräftige, baritonale Sprechstimme, klar und deutlich, mit leichtem Anklang an das norddeutsche Platt. Auffallende Merkmale seiner Sprache waren das "Zungen-r'', jedes Mal leicht rollend, und das typische Aussprechen des "st" und "sp". Zu allem, was ihn im Häuslichen ablenkte bzw. störte, kam noch die Tätigkeit in der Berliner Secession, die dann und wann eine Unterbrechung seiner bildhauerischen Arbeit in Güstrow verlangte. Weniger störend empfand er seine Tätigkeit als Juror, dagegen wurde ihm die Mitwirkung im Vorstand zur Last, wenn sich Auseinandersetzungen über den zukünftigen Weg der Secession u.a. abspielten. Also trat er aus dem Vorstand aus, die Mitgliedschaft hielt er jedoch aufrecht. Ohne diese Vorstandstätigkeit fühlte sich Ernst Barlach irgendwie befreit in seinem Wirken als Künstler. Und Theodor Däubler war eine willkommene Abwechslung im Alltag. Es war im Sommer 1913, als Theodor Däubler Barlachs Pferdestall betrat, um mit Ernst Barlach eine Reise durch Mecklenburgs Städte zu unternehmen. Stationen waren Wismar, Rostock, Doberan, Stralsund, Neubrandenburg und Malchin. Barlach zeigte seinem Gast die 006_small.jpgWelt, in der er lebt. Es ist die norddeutsche Backsteingotik, die faszinierte, anzutreffen in Kirchen, Klöstern, Stadttoren, Stadtmauern, Rathäusern. Nicht vergessen wurden aber auch die Kneipen und Gaststätten am Wege. Alle Unternehmungen mit Däubler wurden jedoch zunehmend anstrengender, weil sie, durch Däubler provoziert, zeittotschlagend waren. Als Däubler weiterzog, fühlte sich Barlach erleichtert, zu stark war der Schatten, den Däubler auf Barlach warf. Als Ergebnis der freundschaftlichen Begegnungen mit Theodor Däubler blieben neben der bereits vorhandenen Plastik "Ruhender Däubler" (Bronze) weitere Porträtversuche. In seinem künstlerischen Schaffen hatte sich Ernst Barlach inzwischen über die Grenzen von Güstrow hinaus einen Namen gemacht. Dazu gehörten seine Plastiken "Der Berserker", 1910, "Sterndeuter I" und "Sterndeuter II" (1909), "Sorgende Frau", 1910 sowie "Der Sonnenanbeter" (1910/11), "Der Ekstatiker" (1911/12), "Ruhender Däubler" (1910/11), mit denen er in der künstlerischen Öffentlichkeit Aufmerksamkeit erregt hatte. Es sind erdenschwere Figuren voller Unruhe, als würden sie mit ihren Ahnungen und Ängsten ringen.


Ernst Barlachs Reflexionen zum Wert seiner Kunst für den Künstler bzw. für den Konsumenten.

Dennoch plagten ihn in diesen Monaten der Jahre 1913/14 solche Gedanken, die das Verhältnis des Wertes der Kunst für den Produzierenden, aber auch für den Konsumenten betrafen. So äußerte er sich über seine Kunst im Sinne des Gebrauchtwerdens:

Es kommt ja gar nicht darauf an, ob man gute oder schlechte Sachen macht, sondern darauf, ob mein Werk einen Wert für andere hat, ob das Notwendige, was ich fühle, auch ein Notwendiges für andere ist ...( 3, S. 123).

In der Schlussphase seines künstlerischen Wirkens, als er die großen Plastiken schuf, konnte Barlach, trotz der heraufziehenden drohenden politischen Umstände in Deutschland einerseits sehr glücklich und zufrieden darüber sein, Aufträge erhalten zu haben, damit Anerkennung gefunden zu haben, andererseits musste er, provoziert durch die zunehmenden Ablehnungen seiner ausgestellten Werke von Magdeburg, Güstrow, Kiel und Lübeck die bittere Erfahrung machen, dass er mit seinen Großplastiken, vor allem seinen Ehrenmalen, nicht gebraucht wurde, nicht gewünscht war, abgelehnt wurde, diese Werke entfernt wurden.